FSV Mainz 05: Grippe-Alarm beim Bundesligisten – Trainer Tuchel krank, Spieler sollen aufpassen
20.02.2013 - MAINZ
Von Ulrich Gerecke
„Ich habe versucht, mit ihm zu telefonieren“, erzählt Arno Michels. „Er hat mir dann eine SMS geschickt.“ Die normalerweise reibungslose Kommunikation zwischen Thomas Tuchel und seinem Assistenten ist aktuell ins Stocken geraten. Mit einer schweren Grippe liegt der Trainer des FSV Mainz 05 derzeit flach, weshalb sein Co-Trainer Michels am Dienstag und Mittwoch das Training allein leiten muss. „Er fühlt sich nicht gut, ist kaum aufnahmefähig“, berichtet Michels weiter.
Damit beim Fußball-Bundesligisten nicht die ganz große Grippe-Welle ausbricht, hat Teamarzt Dr. Felix Post klare Empfehlungen erlassen: kein Händeschütteln, viele Kiwis und Zinktabletten futtern, und vor allem: Spieler, die nur die kleinsten Erkältungssymptome zeigen, sofort heimschicken. Als erstes bekam am Dienstag U 23-Spieler Benedikt Saller, der bei den Profis mittrainiert, den entsprechenden Marschbefehl nach Hause. Zumal eine flächendeckende Grippeimpfung bei Fußballprofis laut Teammanager Axel Schuster nicht infrage kommt: „Danach kannst Du mindestens zwei Tage nicht trainieren.“
Noch geht Michels nicht davon aus, dass er im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) ohne Tuchel das Team lenken muss. Auch Nikolce Noveski, der am Dienstag wegen einer Zahnentzündung pausierte, sollte gegen die Wölfe zur Verfügung stehen. Ob das auch für Jan Kirchhoff gilt, der beim 2:2 gegen Schalke 04 mit einer Oberschenkelzerrung fehlte, steht laut Michels nicht fest: „Er hat noch nicht trainiert. Ob das bis Samstag hinhaut, kann ich noch nicht sagen.“
Aufmunterung für Soto
Bei all diesen personellen Unwägbarkeiten ist es um so wichtiger, dass die Form der Mannschaft stimmt. „Wir sind stolz auf die Leistung gegen Schalke“, betonte Michels. „Wir haben in diesem Spiel viele gute, inhaltliche Dinge gesehen, die losgelöst vom Ergebnis bleiben. Wie sich zum Beispiel die Offensivkräfte Niki Zimling (hinter den Spitzen) und Andreas Ivanschitz (links) auf für sie ungewohnten Positionen einbrachten, wie Adam Szalai trotz weniger eigener Szenen seine Kollegen ins Spiel brachte – das hat dem Co-Trainer sehr gut gefallen. Dass speziell Elkin Soto seine zahlreichen Chancen nicht nutzen konnte, wird nach Ansicht des Tuchel-Assistenten keine langfristigen Folgen haben: „Er macht sich schon etwas mehr als andere aus solchen Spielen, aber er kriegt von uns jede Unterstützung. Elkin investiert so viel Energie in den Geist dieser Mannschaft, deshalb kriegt er jetzt auch viel von den anderen zurück.“
Das Auslassen zahlreicher Hochkaräter sieht Michels als eher „ungewöhnlich“ für Mainz 05 an: „In der Vergangenheit waren wir sehr effektiv.“ Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Offensiv-Hierarchie bei den 05ern derzeit festgezurrt ist und sich Nikita Rukavytsya und Ivan Klasnic weiter hinten anstellen müssen. Michels unmissverständlich: „Wir sehen Shawn Parker (gegen Wolfsburg noch gesperrt; Red.) vor Ivan Klasnic, er ist ein unglaublich belebendes Element.“
Da erscheint es schon fast eher wahrscheinlich, dass Eric-Maxim Choupo-Moting von hinten Druck aufbaut, wenn er denn wieder hundertprozentig fit ist. „In den letzten Einheiten ist er dramatisch besser geworden“, freut sich Michels. „Seine Drehbewegungen sind schneller; er wirkt freier, geschmeidiger.“ Bleibt nur zu hoffen, dass ihn der Grippe-Virus nicht ereilt.


