Mainz 05: Trainer Thomas Tuchel plagen große Sorgen
20.01.2012 - MAINZ
Von Rüdiger Lutterbach und Jens Grützner
Mit dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen startet der FSV Mainz 05 am Sonntag (17.30 Uhr) in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga. Dabei plagen Thomas Tuchel, den Cheftrainer des Tabellen-14. große personelle Sorgen. Unsere Zeitung unterzieht die einzelnen Mannschaftsteile einem Formcheck.
Torhüter: Christian Wetklo, derzeit Tuchels Nummer eins, hat sich nach auskurierter Oberschenkelzerrung mit einem 65-minütigen Einsatz gegen Bochum zurückgemeldet. Sollte die Verletzung nicht wieder aufbrechen, steht er am Sonntag im Tor. Und es ist kaum zu befürchten, dass der 32-Jährige durch die Zwangspause an Form eingebüßt hat. Im Trainingslager auf Mallorca gab er dem Trainer auch mal Kontra, wodurch sich sein Standing bei den Teamkollegen weiter verbessert haben dürfte. Stellvertreter Heinz Müller „hat Rücken“, verpasste dadurch die Tests gegen Offenbach und Bochum, soll aber am Sonntag wieder auf der Bank sitzen. Ansonsten würde der im Winter fest verpflichtete Nachwuchskeeper Loris Karius (18) als zweiter Mann einspringen.
Abwehr: Mit Zdenek Pospech, Niko Bungert, Nikolce Noveski und Malik Fathi steht die hintere Viererkette. Alle vier sind gut drauf, sofern sich das nach drei Testspielen, in denen sie kaum gefordert wurden, überhaupt beurteilen lässt. Sollte einer der beiden Innenverteidiger ausfallen, hat Tuchel jedoch ein ernst zu nehmendes Problem. Mit Rekonvaleszent Bo Svensson (Kreuzbandriss) ist erst in einigen Monaten zu rechnen, Jan Kirchhoff (Kniereizung) ist angeschlagen und droht für Leverkusen auszufallen. Deshalb war die Notwendigkeit größer als im Angriff, hier zu handeln. Mit der sofortigen Rückkehr des zuletzt an Eintracht Frankfurt ausgeliehenen Stefan Bell (siehe erste Sportseite) hat Tuchel diese Baustelle erst einmal geschlossen.
Für die Außenbahnen stehen der vielseitig verwendbare Marco Caligiuri und Radoslav Zabavnik als Alternativen bereit. Fabian Schönheim plagt sich mit Rückenproblemen herum. Besonders Zabavnik hat sich nach einer für ihn extrem enttäuschend verlaufenen Hinrunde wieder herangekämpft an die Stammelf. Aus diesem Grund und in Anbetracht der derzeitigen Personalprobleme ist Tuchel auch nicht bereit, den Slowaken, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, bereits im Winter abzugeben.
Mittelfeld: Im defensiven Mittelfeld hat Tuchel trotz des Ausfalls des von ihm als „Sechser“ favorisierten Kirchhoff mit Eugen Polanski, Julian Baumgartlinger und Elkin Soto ausreichend Alternativen, egal, ob er mit Raute, einer Doppelsechs, einer flachen Viererkette oder - wie gegen Bochum erfolgreich praktiziert - einer Dreierreihe spielen lässt. Die Probleme liegen im Offensivbereich. Mit Andreas Ivanschitz fehlt der beste Torschütze (fünf Treffer), mit Marcel Risse der beste Vorbereiter (vier Assists). Der junge Yunus Malli ist auf der Ivanschitz-Position hinter den Spitzen trotz guter Ansätze noch überfordert. Gegen Bochum übernahm Soto diese Rolle im 4-3-3-System. Der kleine Kolumbianer zeigte dabei eine starke Leistung, doch für Leverkusen erscheint diese taktische Ausrichtung zu riskant, weil viel zu offensiv. Auf den Außenbahnen konnten zuletzt weder Nicolai Müller noch Caliguri Pluspunkte sammeln, auch nicht der derzeit am Sprunggelenk verletzte Zoltan Stieber.


