Mainz: 05-Verteidiger Bo Svensson erleidet Kreuzbandriss - mehrere Monate Pause
20.12.2011 - MAINZ
Von Rüdiger Lutterbach
Schwerer Schock für den FSV Mainz 05 und Bo Svensson: Die Verletzung im linken Knie, die sich der Innenverteidiger am Sonntag bei der 0:1-Niederlage im letzten Hinrundenspiel bei Borussia Mönchengladbach zugezogen hat, ist weitaus schlimmer als zunächst angenommen: Bei einer Kernspintomografie am Montagvormittag wurde ein Riss des hinteren Kreuzbandes festgestellt. Für den 32-Jährigen ist die Saison damit wohl bereits beendet, auch die Teilnahme mit Dänemark an der Euro 2012 in Polen und der Ukraine dürfte sich erledigt haben.
„Das ist eine extrem üble Nachricht, die uns alle doch ziemlich überrascht hat, denn am Sonntagabend hatte es noch so ausgesehen, als sei die Verletzung nicht so schlimm“, sagte 05-Teammanager Axel Schuster, dem der sympathische Däne sichtlich leidtut: „Solche Verletzungen sind immer schlimm, aber für Bo ist das ganz besonders bitter, schließlich hätte er im Sommer gerne die EM gespielt.“ Doch damit nicht genug: Ende der Saison läuft Svenssons Vertrag bei Mainz 05 aus. Er hätte gerne um ein Jahr verlängert, hat nun aber keine Möglichkeit mehr, sich zu empfehlen.
Soto für DFB-Pokal wohl wieder fit
Svensson, der sich die folgenschwere Verletzung kurz vor der Pause bei einem rustikalen Einsteigen gegen den Gladbacher Mike Hanke zugezogen hatte, wird am Dienstag einen Spezialisten in Straubing konsultieren. Dort soll die Form der Therapie festgelegt werden. Bei Torhüter Heinz Müller, der im Sommer 2010 einen Längsriss des hinteren Kreuzbandes erlitten hatte, war auf eine Operation verzichtet worden. Die Verletzung wurde konventionell behandelt. Müller stand nach vier Monaten erstmals wieder zwischen den Pfosten. „Wir müssen jetzt erst einmal die Untersuchung in Straubing abwarten“, hütet sich Schuster vor einer Prognose, wann mit einem Comeback Svenssons zu rechnen ist.
Elkin Soto, der die Partie in Mönchengladbach aufgrund eines grippalen Infekts verpasst hat, wird möglicherweise bereits am Mittwochabend beim DFB-Pokal-Achtelfinalspiel beim Regionalligisten Holstein Kiel (19 Uhr) wieder zur Verfügung stehen. „Er wird zu 99,9 Prozent mit im Flieger sitzen. Aber ob es für einen Einsatz reicht, wird man sehen“, sagte Schuster. Soto absolvierte am Montag noch reduziertes Training auf dem Fahrrad.
Viele Spieler mit Wehwehchen
Der kleine Kolumbianer ist nur einer von vielen 05-Profis, die sich mit gesundheitlichen Problemen herumschlagen. „Wir haben nach dem Gladbach-Spiel eine ganze Reihe von Spielern, die kleinere Wehwehchen haben. Das wäre alles kein Problem, wenn wir erst am Samstag wieder spielen müssten. Aber bis Mittwoch könnte es bei dem einen oder anderen eng werden“, verweist Schuster auf die laufintensiven und kräftezehrenden 90 Minuten auf dem tiefen Geläuf des Borussia-Parks.
Die 05er werden bereits am Dienstag per Chartermaschine Richtung Norden fliegen, bei gutem Wetter nutzen sie dazu die kleinen Regionalflugplätze in Egelsbach und Kiel, bei schlechtem die größeren Flughäfen Frankfurt-Hahn und Lübeck. „Für Dienstag und Mittwoch sind Niederschläge vorhergesagt. Da wollen wir das Risiko, erst am Spieltag zu fliegen, meiden“, erläuterte Schuster.

