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Mainz 05  

05-Fans feiern Doppeltorschütze Ujah nach Mainzer 3:1 über den VfB Stuttgart

05.11.2011 - MAINZ

Von Jens Grützner

Der härteste Auftrag für Anthony Ujah kam nach der Partie. „Ich wusste gar nicht, was ich auf dem Zaun machen sollte“, sagte der Angreifer des FSV Mainz 05. „Aber die Fans haben mir dann gesagt, was ich ins Mikrofon reinrufen sollte.“ Der zweifache Torschütze beim 3:1 gegen den VfB Stuttgart sollte vor der Mainzer Stehtribüne die „Humba“ intonieren, die die meisten Zuschauer unter den 34.000 und die 05-Spieler selbst so schmerzlich vermisst hatten nach fünf Heimpleiten in Serie und neun Partien ohne Sieg.

„Diese zwei Tore helfen mir enorm, denn sie nehmen auch Druck von meinen Schultern“, sagte Ujah. Für 2,5 Millionen Euro war der Stürmer im Sommer aus Norwegen gekommen. Die Bilanz nach elf Spielen: null Tore, null Assists. Treffer Nummer eins glückte ihm in der 53. Minute. „Ich habe mir zuletzt nochmal alle meine bisherigen Einsätze angeguckt. Da habe ich meist zur falschen Zeit am falschen Ort gestanden“, so der 21-Jährige. „Jetzt bin ich vor die Verteidiger gerückt. Und als ich den Ball kommen sah, spürte ich, dass ich gut stehe. Nach dem Kopfstoß habe ich nur noch gehofft, dass der Torwart nicht mehr drankommt.“ Sven Ulreich kam nicht mehr dran.

Treffer Nummer zwei entsprang einer Vorlage von Andreas Ivanschitz. „Wir üben das im Training häufiger“, so Ujah, der zum kurzen Pfosten gezogen war. Der Nigerianer dachte in der 64. Minute allerdings, dass er den Ball schon an Ulreich verloren hätte, „aber dann habe ich das Bein nochmal durchgedrückt.“ Die Kugel landete zum 3:1 im Netz. Die ersten beiden Tore also für Ujah, „den echten Meenzer Bub“, wie Stadionsprecher Klaus Hafner ins Mikrofon brüllte. So nannte Hafner früher Abderrahim Ouakili.

"Anton" nutzt seine Chance

„Mein Anton“, sagte 05-Manager Christian Heidel. „Uns war klar, dass ein junger Mann wie er einfach seine Zeit braucht, bis er ins Rollen kommt. Dass er Tore schießen kann, war uns auch klar.“ Die Mainzer haben dem Nigerianer die Zeit gegeben. „Und heute hat er seine Chancen genutzt“, sagte Heidel und strahlte.

Der 48-Jährige war auch glücklich über die Atmosphäre, die die Mainzer Anhänger in der Coface Arena verbreiteten. „Es gab ja Leute, die gesagt haben, dass es nicht so schön wie am Bruchweg sein könnte. Das, was heute hier abgegangen ist, war fantastisch. Großes Kompliment an die Fans.“ Sie hatten eine echte Wettkampfstimmung englischen Zuschnitts auf den Bretzenheimer Acker gezaubert. „Die Fans waren bombastisch“, sagte Julian Baumartlinger. „Wir sind froh, dass wir sie und uns belohnen konnten.“

Baumgartlingers österreichischer Landsmann Andreas Ivanschitz hatte die 05er per Strafstoß 2:1 in Führung gebracht. „Ich habe an gar nichts gedacht, als ich mir den Ball genommen habe. Ich wollte ihn einfach so fest wie möglich treten.“ Ivanschitz jagte die Kugel rechts unten in die Maschen. Der Routinier hat dem Druck standgehalten.


Müller hätte wohl eher nicht gepfiffen...

Dass Schiedsrichter Guido Winkmann überhaupt auf den Punkt gezeigt hatte, war ein Stück Matchglück, das die 05er in den vergangenen Spielen nicht hatten. Cristian Molinaro hatte Nicolai Müller in der 60. Minute von hinten bedrängt. Mehr nicht. „Ich habe den Pfiff gar nicht gehört, ich hatte mich ja schon wieder gedreht, weil ich flanken wollte. Dann sehe ich Elkin Soto, der jubelnd auf mich zukommt“, so Müller. Entsprechend hätte der Zugang aus Fürth auch gar nicht auf Elfmeter entschieden.

Nun gehen die Mainzer gut gelaunt in eine zweiwöchige Länderspielpause. „Sollten wir in Köln 0:4 verlieren, dann war das kein Befreiungsschlag“, so Christian Heidel. „Aber ich bin verhalten optimistisch, dass wir da unten rauskommen. Denn heute haben wir uns ja auch wieder Glück erarbeitet. Durch großen Kampf und Willen.“ Anthony Ujah allerdings war auch etwas traurig. „Die Pause müsste jetzt nicht sein. Ich hätte lieber, dass es jetzt gleich so weiter geht. Aber wir werden im Training wieder hart arbeiten.“

Anthony Ujah mit Mikrofon auf der Fantribüne. Foto: Sascha Kopp

Anthony Ujah mit Mikrofon auf der Fantribüne. Foto: Sascha KoppVergrößern

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