Mainz 05-Trainer Tuchel: "Es gibt nichts, wofür wir uns schämen müssten"
16.04.2011 - MAINZ
Von Jens Grützner
Thomas Tuchel war anzumerken, wie schwer die Steine wogen, die ihm nach dem ersten Heimsieg des FSV Mainz 05 im Spieljahr 2011 von Herzen gefallen waren. Nach dem 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach sagte der Coach des Bundesliga-Fünften: „Ich lese aus der Statistik, dass wir zehn Schüsse abgegeben haben, aber nur zwei davon direkt aufs Tor gekommen sind. Das dürften die von André Schürrle in der zweiten und 87. Minute gewesen sein. Das sagt schon viel aus.“
Es sagt aus, dass die 05er nach sechs Heimspielen ohne Erfolgserlebnis sehr nervös waren. Den ersten Versuch Schürrles parierte Gladbachs Keeper Marc-Andre ter Stegen, drei Minuten vor Schluss fiel der Mainzer Siegtreffer. „Uns hat die schnelle Führung gefehlt, trotzdem war ich mit der ersten Hälfte zufrieden“, so Tuchel.
Nach der Gelb-Roten Karte für Mike Hanke (53.) änderte sich die Situation für die 05er. „Da hatten meine Spieler das Gefühl, etwas verlieren zu können. Und man hat gemerkt, wie schwer dieser Rucksack für sie war“, sagte der 37-Jährige. Auch wenn der FSV insgesamt keine gute Partie zeigte, „gibt es nichts, wofür wir uns schämen müssten“, so Tuchel.
Nicht gegebener Elfmeter: "Matchglück"
Dass Referee Deniz Aytekin in der zweiten Hälfte einen Strafstoß gegen 05-Mittelfeldmann Eugen Polanski hätte geben können, es aber unterließ, war für den Mainzer Coach „Matchglück“. Selbiges hatte der FSV zuletzt nicht gehabt. Auch wenn Tuchel betonte, dass er in nahezu jeder Trainingseinheit Torschüsse wie den letzten von André Schürrle sieht, sei dieser am Freitagabend letztlich „außergewöhnlich“ gewesen. „Ich denke, dass uns dieser Sieg einen Schub für die letzten zwei Heimspiele gibt“, betonte der 05-Coach. „Wir wollen den ersten Sieg im Derby gegen die Eintracht und natürlich auch das letzte Heimspiel im Bruchwegstadion gewinnen.“ Nach dem Duell mit St. Pauli ziehen die Mainzer in die Coface-Arena um.
Der Gladbacher Trainer Lucien Favre sagte: Wir wussten, dass es nicht einfach würde, in Mainz zu spielen. In der ersten Häfte gab es nicht viele Chancen, aber die 05er waren etwas gefährlicher. In der zweiten Hälfte waren wir etwas besser. Mainz hatte Probleme, uns zu kontrollieren. Und auch in Unterzahl haben wir das eigentlich gut gemacht. Leider fällt dann drei Minuten vor Schluss das Tor durch Schürrle. Es ist klar, dass die Enttäuschung nun groß ist.“ Auf die Frage, wie er nun die Chancen des Letzten im Abstiegskampf bewertet, antwortete der Schweizer: „Die Situation war schon kritisch, als ich gekommen bin. Sie hat sich nicht wesentlich verändert. Wir müssen noch drei Spiele gewinnen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Wir brauchen noch neun Punkte. Aber jetzt gibt es eben nur noch zwölf Punkte zu holen.“

