"Unzerstörbar": 1. FC Kaiserslautern mauert an der Festung Betzenberg
22.11.2012 - KAISERSLAUTERN
Von Ralph Tiné
Der Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern ist in seiner Liga noch immer unbesiegt. Lediglich im DFB-Pokal mussten die Roten Teufel eine 0:4-Niederlage bei den in dieser Saison bislang überragenden Bayern aus München hinnehmen. Dagegen zieren in der Zweiten Liga sieben Siege und ebensoviele Unentschieden die Bilanz des Klubs vom Betzenberg. Der FCK ist, zumindest im bisherigen Saisonverlauf, wieder „unzerstörbar“, wie auf einem riesigen Banner der Westkurzen-Fans schon oft zu lesen war.
Besonderes Glück empfinden die Lauterer Fans darüber, dass die Mannschaft dabei ist, dem heimischen Betzenberg seinen Nimbus der Uneinnehmbarkeit zurück zu erobern, nachdem sich in der vergangenen Abstiegssaison aus der Bundesliga Heimniederlage an Heimniederlage reihte und die „Festung Betzenberg“ in ihren Grundfesten erschüttert wurde. Vor allem die damals häufig fehlenden Charaktereigenschaften „Wille“ und „Kampf“, also die fußballerischen Grundtugenden, die an kaum einem anderen Ort in Fußball-Deutschland so hohen Stellenwert haben wie in Kaiserslautern, trieben die Fans seinerzeit zur Verzeiflung.
Das Kämpfen wieder gelernt
Heute ist der Lauterer Anhang stolz auf sein Team, das das Kämpfen wieder gelernt hat, wie nicht zuletzt der fußballerisch zwar wenig attraktive aber mit viel Herz errungene 1:0-Sieg zuletzt gegen Energie Cottbus gezeigt hat. Es war der dritte Heimsieg in Folge für den FCK. „Als ich zum FCK kam, hat jeder von dem Heimfluch geredet. Ich bin einfach nur froh, dass wir das umdrehen konnten und endlich wieder eine Macht sind zuhause“, sagt der vor der Saison vom VfL Osnabrück in die Pfalz gewechselte Florian Riedel. Der Spieler glaubt daran, dass das Fritz-Walter-Stadion wieder an die glorreichen Zeiten anknüpfen kann, als der damalige Münchner Paul Breitner nach der legendären 4:7-Niederlage seines Clubs auf dem Betzenberg in den 70er-Jahren schon „die Punkte künftig per Post“ nach Lautern schicken wollte.
„Unsere Spielweise ist sehr laufintensiv. Von Anfang an geben wir Gas. Ich denke, jeder Gegner, der hierhin kommt, muss Respekt haben, wenn nicht sogar Angst. Und so spielen wir das auch weiter“, sagt der 22-jährige gelernte Außenverteidiger, dem FCK-Trainer Franco Foda aber auch gerne den offensiven Part auf der Außenbahn zuweist.
"Ziele sind fest formuliert"
Fünf Spiele stehen für den FCK noch auf dem Programm, bis es Mitte Dezember in die Winterpause geht. Dreimal müssen die Roten Teufel noch auswärts ran, während Jahn Regensburg und der VfR Aalen die letzten Gäste auf dem Betzenberg in diesem Jahr sein werden. Dass der FCK seine makellose Bilanz bis dahin möglichst fortführen will, ist keine Frage, auch wenn die Ziele der Mannschaft nicht in allen Details nach außen kommuniziert werden, wie Riedel erklärt: „Intern haben wir natürlich Ziele und die sind auch fest formuliert. Wir sind auf einem guten Wege, diese zu erreichen. Nach außen bleiben wir einfach cool und sagen: wir stehen unter den ersten drei und da gehören wir auch hin. Und da sollten wir mindestens bis zum Winter erstmal bleiben.“


