Sandro Wagner bringt Schwung in die Offensive
09.02.2012 - KAISERSLAUTERN
Von Ralph Tiné
Von den fünf neuen Spielern, die der 1. FC Kaiserslautern im Winter verpflichtet hat, haben die beiden Mittelstürmer Sandro Wagner und Jakub Swierczok bislang den besten Eindruck hinterlassen. Während sich der von Polonia Bytom aus der zweiten polnischen Liga gekommene und gerade erst 19 Jahre alt gewordene Swierczok erst an die Herausforderungen der Bundesliga gewöhnen muss, soll der fünf Jahre ältere Wagner direkt von Beginn zum Schwungrad für das lahmende Offensivspiel der Roten Teufel werden, belegen die abstiegsbedrohten Pfälzer doch in der Kategorie „Geschossene Tore“ mit gerade mal 15 Treffern in 20 Spielen mit Abstand den letzten Tabellenplatz.
Nachdem sich der für eineinhalb Jahre von Werder Bremen ausgeliehene Wagner (inklusive Kaufoption) gegen die dortige starke Konkurrenz um Topstürmer Claudio Pizarro nicht durchsetzen konnte, will er nun in Kaiserslautern den Durchbruch in der Bundesliga schaffen. „Die Truppe hat mich sehr gut aufgenommen. Ich fühle mich nicht, als ob ich erst zwei Wochen hier wäre“, sagt der 24-Jährige über seine neuen Kollegen. Dabei sind einige Spieler für den ehemaligen Duisburger gar nicht so neu. „Ich kannte ja schon ein paar. Das hat die Sache erleichtert“, sagt Wagner, der mit Christian Tiffert, Olcay Sahan und Dorge Kouemaha bereits beim MSV zusammen spielte. Auch FCK-Torwart Tobias Sippel kennt der gebürtige Münchner durch die gemeinsame Zeit in der deutschen U21-Nationalmannschaft gut.
Wie auf dem Betzenberg Tore geschossen werden, weiß Wagner. Bei der 3:5-Niederlage des FCK gegen den MSV Duisburg im Mai 2009, damals noch in der Zweiten Liga, traf Wagner (an der Seite von Tiffert und Kouemaha, die jeweils jeweils einen Treffer beisteuerten) für seinen damaligen Club zwei Mal. Jetzt will er für die Roten Teufel als Sturmführer auf Torejagd gehen. „Gerade im Abstiegskampf ist es wichtig, dass man Spieler hat, die Verantwortung übernehmen. Da zähle ich mich dazu. Ich möchte hier eine führende Rolle spielen“, betont Wagner seine hohen Ansprüche an sich selbst. FCK-Trainer Marco Kurz sieht in dem früheren Jugendspieler des FC Bayern München einen „Stoßstürmer, der die Bälle hält und ablegt“.
Auf seine Zeit in Bremen möchte Wagner „nicht mehr zurückblicken“ und sich stattdessen in Kaiserslautern etablieren. „Ich habe jetzt eine Wohnung gefunden und die Familie ist auch da. Ich habe mich hier gut eingelebt. Das nimmt jetzt alles Formen an“, berichtet der Profi, der sich selbst als „kein extrovertierter Typ, der viel Action braucht“ bezeichnet, von seiner privaten Situation. Auch sportlich hat Wagner in Augsburg und gegen Köln bereits „Formen“ erkennen lassen, Luft nach oben scheint aber noch genügend vorhanden. Nun muss der Feinschliff folgen, damit aus den guten Ansätzen auch Erfolge, sprich Tore, werden können. „Ich kann den Fans nur versprechen, dass ich von der ersten bis zur letzten Minute Gas geben und mir den Hintern aufreißen werde. Die Aufgabe hier ist so schwer, dass ich mich nur auf die Punkte konzentriere, die wir in den nächsten Wochen holen müssen“, sagt Wagner mit Nachdruck.

