Von Marcel Friederich
STABHOCHSPRUNG Hingst gewinnt Hallen-Meeting
VALENCIA/POTSDAM. Paukenschlag von Carolin Hingst: Die Stabhochspringerin des USC Mainz hat das Hallen-Meeting im spanischen Valencia gewonnen. Mit 4,51 Meter schaffte sie eine klare Saisonbestleistung und meldete sich im Kampf um die beiden WM-Tickets zurück.
Die bisherige Hallensaison war für die 29-Jährige nicht nach ihren Vorstellungen gelaufen. Magere 4,30 Meter in Erfurt, sogar nur 4,25 Meter in Stuttgart - die beiden WM-Tickets schienen für Hingst außer Reichweite zu sein. Doch mit einem Schlag ist die Sportsoldatin zurück im Favoritenkreis. In Valencia pokerte sie lange, verzichtete auf mehrere Höhen und stieg erst bei 4,51 Meter in den Wettkampf an. Der Erfolg gab ihr Recht: Gleich mit dem ersten Versuch sprang Hingst über die Latte und hatte somit den Sieg schon sicher. Um Kräfte zu sparen, verzichtete sie auf 4,56 Meter und versuchte es gleich über 4,61 Meter. Doch hier war für die Mainzerin Endstation. Trotzdem: Mit 4,51 Meter schob sich Hingst auf den dritten Platz der deutschen Hallenbestenliste 2010. Besser sind lediglich Silke Spielburg (Bayer Leverkusen/4,61) und Kristina Gadschiew (LAZ Zweibrücken/4,55). Die Entscheidung, wer zur Hallen-WM nach Doha/Katar fliegen darf (12. bis 14. März), fällt nach der Deutschen Meisterschaft in Karlsruhe (27./28. Februar). Dort hat Hingst ihren nächsten Start geplant, während Teamkollegin Anna Battke (Saisonbestleistung: 4,40 Meter) am kommenden Samstag noch in Birmingham springen wird. Battke will im Kampf um die WM-Tickets ebenfalls noch mitreden.
Neben Hingst konnte auch Katharina Bauer beim Hallen-Meeting in Potsdam vollauf überzeugen. Die 19-Jährige sprang mit 4,25 Meter so hoch wie nie zuvor und belegte im hochklassig besetzten Wettkampf den starken siebten Platz. "Das ist wirklich der Hammer", lachte Bauer, die ihre Hallen-Bestleistung um satte 15 Zentimeter nach oben schraubte. Im Freien war sie bereits über 4,21 Meter gesprungen. "Für mich war es nur eine Frage der Zeit, bis Katha auch in der Halle über 4,20 oder 4,25 Meter kommt. Denn sie arbeitet fleißig und hat momentan ein sehr gutes Körpergefühl", freute sich USC-Trainer Balian Buschbaum. Sein Schützling sprang im ersten Versuch über 4,05 Meter, ehe Bauer etwas aus dem Rhythmus kam: Erst mit dem dritten und letzten Sprung zitterte sie sich über 4,15 Meter. "Aber danach hat alles gestimmt, und ich bin gleich beim ersten Sprung über 4,25 Meter gekommen", strahlte Bauer, die dann erst an 4,35 Meter scheiterte. Mit ihrer neuen Bestleistung schob sie sich auf den neunten Platz der deutschen Hallenbestenliste 2010. "Natürlich ist der Sommer viel, viel wichtiger", sagte Buschbaum, "doch mit 4,25 Meter hat sie nun eine sehr gute Basis geschaffen." Bauers nächster Auftritt ist bei der DM.

