Nur Rumpfstaffel wegen WM?
27.08.2010 - MAINZ
Von Jens Grützner
RINGEN ASV Mainz 88 empfängt ASV Nendingen / Punktabzüge wegen fehlender Starterlaubnis für Petrov
Das schwere Auftaktprogramm und die bevorstehende Weltmeisterschaft macht dem Ringer-Bundesligisten ASV Mainz 88 arg zu schaffen. Nach knappen Niederlagen gegen die letztjährigen DM-Finalisten KSV Aalen und SV Weingarten empfängt das Team von Ahmet Cakici am Samstag (19.30 Uhr) in Mombach den stark aufgepeppten ASV Nendingen.
Ausfälle von Bucur und Gheorghita möglich
Nachdem der bulgarische Star Kiril Terziev wegen der WM-Vorbereitung in den ersten beiden Kämpfen schon nicht den Weg nach Mainz fand, droht den 88ern nun auch noch ein Duell ohne die rumänischen Punktegaranten Stefan Gheorghita und George Bucur, die vom nationalen Verband angefordert werden dürften. Die Titelkämpfe finden vom 6. bis 12. September in Moskau statt. Cakici: „Aber mit diesem Problem haben auch andere zu kämpfen. Es wäre aber fatal, würde es am Samstag nicht auf Nendingen zutreffen.“ Die Gäste haben Stars wie Ghenadie Tulbea, Sergios Solontkis, Mindaugas Mizgaitis und Sandor Tözser in ihrem Team. Nendingen verlor den ersten Kampf gegen Köllerbach 24:18, siegte gegen Mömbris-Königshofen 17:16.
Der 47-jährige Mainzer Coach stellt die stärkstmögliche Mannschaft, kalkuliert aber auch einen Saisonstart mit 0:6 Punkten ein. „Das wäre kein Weltuntergang“, betont Cakici. Und auch 88-Vorsitzender Professor Eckhart Pick sagt: „Wir sind darauf eingestellt, dass wir im Gegensatz zur Vorsaison, als uns Platz eins zur Halbzeit nicht für die Play-off-Teilnahme reichte, das Feld von hinten aufrollen.“ Und Cakici geht davon aus, dass in der starken West-Gruppe auch mit sechs Niederlagen ein Platz unter den ersten vier und damit die Endrundenteilnahme möglich ist. In der Vorsaison belegte Mömbris mit fünf Niederlagen den vierten Rang. Sollte Bucur nicht da sein, wäre Timur Seidel dessen erster Vertreter. Stefan Gheorghita ist nicht wirklich zu ersetzen. Cakici: „Aber unsere Verbindungen sind gut. Notfalls könnte jemand einsteigen, der zwei Jahre Pause vom Bundesliga-Ringen gemacht hat.“ Ansonsten bleibt es dabei, dass die beiden Schwergewichte Kai Dittrich und Stefan Kehrer versuchen, stilartfremd in ihren Kämpfen zu punkten.
Ein schwerer Fehler in der Saisonvorbereitung der 88er wirkte sich in den ersten beiden Kämpfen zum Glück für den ASV nicht negativ aus. Für den bulgarischen Fliegengewichtler Maxim Petrov lag gar keine Starterlaubnis vor - genauso wenig wie für einige andere ausländische Zugänge. Deswegen wurden Petrovs Niederlagen, ein 1:3 gegen den Weingartener Christoph Ewald und ein 1:3 gegen den Aalener Amiran Kartanov, nachträglich in 0:4-Pleiten umgewandelt. Deswegen lauten die offiziellen Mannchaftsniederlage nun auch: 18:22 gegen Weingarten, 16:19 gegen Aalen. Auch aufgrund dieses Fehlers ist Marcel Zaffke vom 88-Vorstand als Manager abgesetzt worden. „Jetzt ist alles bereinigt“, sagt Eckart Pick. „Aber dafür waren hier einige Tag und Nacht am rennen.“ Nach dem Nendingen-Kampf ist bis zum 18. September WM-Pause.

