Von Jens Grützner
RINGEN Amtierender Vize-Europameister beim Mainzer Bundesligisten / Kader mit weiterem Bulgaren und Georgier komplett / Bleibt auch Kohl?
Die Mannschaft des Ringer-Bundesligisten ASV Mainz 88 ist wohl komplett. Vorsitzender Professor Eckhart Pick und Trainer Ahmet Cakici präsentierten am Freitagabend noch drei Zugänge, die den Traditionsverein in der anstehenden Saison in die Play-offs hieven sollen.
Und vor allem der neue Mann in der 74-Kilo-Klasse des freien Stils hat es in sich: Kiril Terziev, gerade mit Silber bei den Europameisterschaften im aserbaidschanischen Baku dekoriert und Olympia-Dritter für Bulgarien bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, tritt für den ASV auf die Matte. Terzievs Landsmann Maxim Petkov besetzt die 55-Kilo-Klasse des freien Stils, der Georgier Giorgi Gvenetadze das Fliegengewicht im griechisch-römischen Stil. Gvenetadze ist seit 2005 ununterbrochen Meister seines Landes.
Das Trio gesellt sich zu den bisherigen Zugängen Stefan Kehrer, Timur Seidel, Kai Dittrich, Lennie Persson und Mathias Günther. Letztere beiden Schweden sind zurzeit bei der EM in Baku im griechischen-römischen Stil im Einsatz. "Wir sind der Meinung, dass wir eine sehr vernünftige Mannschaft haben", sagt Coach Cakici. "Wir haben eine gute Mischung aus jung und alt. Und wir haben genug Deutsche, um auch pokern zu können." Wenigstens vier müssen auf die Matte treten, sofern einer unter 23 Jahren alt ist.
Seidel und Kubilay Cakici erfüllen diese Forderung. Die restlichen Deutschen sind Kehrer, Dittrich, Steven Gottschling, Dominique Engel, Wladimir Berenhardt und aus der zweiten Mannschaft mit Erstliga-Erfahrung Sergej Gabert, Hakan Cakici und Kevin Grassman. Und vielleicht taucht ja auch Jurij Kohl wieder in Mainz auf. Der Deutsche Meister von 2008 "hat noch nicht woanders unterschrieben, so weit ich weiß", sagt Eckhart Pick. "Ich würde ihn gerne wieder hier sehen."
Kiril Terziev reiht sich in die Riege der Mainzer Weltklasse-Ringer, zu denen Stefan Gheorghita, George Bucur und Daigoro Timoncini zählen, ganz oben ein. "Er bestreitet die wichtigen Kämpfe bei uns", kündigt Ahmet Cakici an. Der ASV-Coach kennt den Bulgaren aus seiner Zeit in Baden-Württemberg. Terziev startete für den amtierenden deutschen Mannschaftsmeister KSV Aalen. "Da hat er mich begeistert", sagt der Mainzer.
"Wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt", betont Ahmet Cakici. Jetzt sind alle Klassen doppelt besetzt. "Aber das war auch nötig, weil die Konkurrenz ebenfalls aufgerüstet hat". In der West-Gruppe streiten vermutlich sechs Teams um die vier Endrundenplätze.
Auch die Regionalliga-Mannschaft sehen die 88-Verantwortlichen gut aufgestellt. Pick: "Es ist alleine eine Frage des Images, dass wir dort vollzählig antreten und guten Sport bieten." Betreut wird das Team wechselseitig von Leuten wie Cengiz Cakici, Sergej Gabert und Hakan Cinar.
Sorgen bereitet den 88ern nur die ungeklärte Zukunft beim angestrebten und vom Stadtrat abgesegneten Wechsel der Trainingsstätte ins Weisenauer Kegelheim. Die Trierer Aufsichtsbehörde muss noch ihr Okay geben. Pick: "Lange verkraften wir die Hängepartie nicht mehr." Die Stadt Mainz kündigte den 88ern die Räumlichkeiten in der Neutorschule zum 30. September.

