Fikic reißt 05er aus allen Träumen
21.06.2010 - MAINZ
Von Karsten Gerber
A-JUNIOREN 2:2 gegen Rostock bedeutet Aus im Halbfinale
Nichts war’s mit der Titelverteidigung. Der Traum vom erneuten Erreichen des Endspiels ist in letzter Minute geplatzt. Die A-Junioren des FSV Mainz 05 trennten sich im Halbfinal-Rückspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft 2:2 (0:0) von Hansa Rostock und schieden aufgrund der 0:1-Hinspiel-Niederlage aus.
Dabei hatte es vor 1.950 Zuschauern am heimischen Bruchweg lange gut ausgesehen für die 05er. Nach einer durchwachsenen ersten Hälfte, in der beide Teams nur phasenweise klare Offensivaktionen boten, stellte 05-Coach Stefan Sartori um und brachte für den defensiven Yannick Tewelde Stürmer Adriano Grimaldi. Die Umstellung vom gewohnten 4-5-1-System auf ein flaches 4-4-2 fruchtete sofort. Die Mainzer kamen zu guten Chancen - die beste nutzte Eugen Gopko, als er sich über links geschickt durchsetzte und flach an Hansa-Keeper und Kapitän Kevin Müller vorbei zum Führungstreffer einschob (52.). Das 0:1 aus dem Hinspiel war damit ausgeglichen, die Mainzer spielten immer befreiter auf, während die einfallslosen Hanseaten nur noch gelegentlich zu Entlastungskontern kamen.
Der unermüdlich kämpfende Grimaldi war es schließlich, der die FSV-Führung auf 2:0 ausbaute: Nach einer scharfen Flanke von 05-Kapitän Stefan Bell schaltete der Sturmtank am schnellsten und spitzelte den Ball vor Innenverteidiger Tommy Grupe in die Maschen (66.). Und Sartoris Jungs erspielten sich weiter eine Chance nach der anderen Chance, versäumten es aber, für die endgültige Entscheidung zu sorgen. Allein Petar Sliskovic vergab mehrmals das mögliche 3:0. „Wir hätten hier den Sack zumachen müssen. Unsere Chancenverwertung war schon die ganze Saison über mies, wir treffen einfach zu wenig“, ärgerte sich der 05-Coach später.
25-Meter-Volleyknaller
So gab seine Elf das schon sicher geglaubte Finale in der Schlussphase noch aus den Händen. Ein scheinbar harmloser Rostocker Angriff wurde von der 05-Defensive nicht konsequent genug geklärt, Ben Zolinski schaltete am schnellsten und ließ 05-Keeper Sebastian Vogl keine Chance (84.) - nur noch 2:1 für die 05er. Er „roch“ nach Elfmeterschießen, zumal Hansas Torschütze kurz darauf wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot sah (87.). Aber selbst in Überzahl konnten die FSV-Talente das Ergebnis nicht über die Zeit bringen. Mit einem 25-Meter-Volleyknaller - ein Tor, das man nur einmal im Leben erzielt - riss Moris Fikic die Rheinhessen in der Schlussminute aus allen Träumen.
Die Rostocker, die ihr Glück kaum fassen konnten, treffen nun im Endspiel auf Bayer Leverkusen, das im zweiten Halbfinale den VfB Stuttgart nach einer 0:2-Hinspielniederlage mit 4:0 bezwang.
FSV Mainz 05: Vogl - Saller, Bell, Rudolf, Ludwig - Tewelde (45.Grimaldi), Schneider - Zinnram, Lutz, Gopko - Sliskovic.

