Aufstiege für ASC auch in dieser Saison kein Thema
09.08.2010 - MAINZ
Von Marcel Friederich
BASKETBALL Ickert-Ersatz für Regionalliga kommt aus der Nähe von Boston / Ausgaben komplett gedeckt / Weibliche Talente fehlen
A. J. Rudowitz heißt der junge Mann, der ein Stück internationales Flair in die Mainzer Basketball-Szene bringen soll. Der ASC Theresianum Mainz hat den 22-jährigen US-Amerikaner verpflichtet, um den Weggang von Kapitän Ilja Ickert zur TG Hanau zu kompensieren. Am Freitag trifft Rudowitz in Deutschland ein.
„Durch den Wechsel von Ilja ist bei uns eine Riesenlücke entstanden“, sagt ASC-Sportwart Alexander Heidbrink. „Uns war klar, dass wir einen Nachfolger verpflichten müssen. Denn unsere jungen Spieler brauchen weiter einen Mann, der eine Klasse besser ist als sie, damit sie sich im Training an ihm reiben können.“
Weil dieses Profil auf dem deutschen Spielermarkt jedoch nicht zu finden war, richteten die ASC-Verantwortlichen ihren Blick nach Amerika. Und mit Rudowitz fanden sie einen beweglichen Zwei-Meter-Mann, der den Anforderungen eines Power Forwards entspricht, sagt Heidbrink. Rudowitz kommt vom Stonehill College aus der Nähe von Boston, „wo er in der zweiten College-Division Topscorer und Toprebounder war. Trotz seiner Größe kann er schnell spielen und hat sehr gute Bewegungen in der Zone“, sagt Heidbrink, der auch von einer kostengünstigen Verpflichtung spricht - „unterhalb des vierstelligen Bereichs“.
Nach seiner Ankunft bleiben noch anderthalb Monate, um den Amerikaner auf die Regionalliga-Saison vorzubereiten. „Ich glaube“, so Heidbrink, „dass wir mit diesem Kader um die Plätze drei bis sechs spielen können.“ Nach Sebastian Knaack (TV Oppenheim) und Philipp Schön (DJK Nieder-Olm) ist Rudowitz der dritte Zugang. Gegenüber stehen die Abgänge von Ickert, Kevin Luyeye (Frankfurt Skyliners II) und Patrick Heckmann (TV Langen), der dem ASC zumindest in der Nachwuchs-Bundesliga erhalten bleibt.
Derweil kann Heidbrink weitere Personalien vermelden: Herren-Spieler Philipp Schön trainiert ab sofort die zweiten Damen in der Regionalliga, während Heiko Pillhofer (aus Roßdorf) die zweiten Herren in der Landesliga übernimmt. Erfreulich sei auch, „dass wir nach langer Zeit wieder einen komplett ausgeglichenen Haushalt haben. Alle Ausgaben sind bis Saisonende gedeckt, auch die Verpflichtung des Amerikaners“, betont der Sportwart.
Insgesamt habe man im männlichen Bereich sehr gute Strukturen aufgebaut, mit dem hauptamtlichen Chefcoach Wolfgang Ortmann an der Spitze. „Allerdings“, so Heidbrink, „haben wir im weiblichen Bereich noch Baustellen. Da fehlt es an Kontinuität, um die Jugend mit dem Senioren zu verknüpfen.“ Der ASC habe momentan viel zu wenige Talente, die Potenzial für die Zweite Liga besitzen. Mittelfristig sei das Ziel, bei den Damen einen hauptamtlichen Trainer einzustellen, „der die Koordination zwischen Jugend und Senioren betreibt.“ Zudem, betont Heidbrink, sei der Aufstieg bei den ersten Herren und Damen in der kommenden Spielzeit kein Thema.

