RINGEN Fünffacher Einzelmeister übernimmt 120-Kilo-Klasse / Kommt auch Toptalent Meier?
(grü). Die Erfolge sprechen für sich: Deutscher Einzelmeister in den Jahren 2006 bis 2010. Amtierender deutscher Mannschaftsmeister mit dem KSV Aalen. Dritter der Europameisterschaften 2006. Stefan Kehrer ist das deutsche Aushängeschild im Freistil-Ringkampf der Klasse bis 120 Kilo - auch wenn er aus disziplinarischen Gründen zuletzt nicht mehr im Nationalkader war. Dieser 25-Jährige geht in der nächsten Saison für den ASV Mainz 88 auf die Matte. Am Dienstagabend leistete Kehrer seine Unterschrift.
"Das ist aus unserer Sicht natürlich ein Coup", sagt ASV-Vorsitzender Professor Eckhart Pick. "Ich muss mich vor allem bei Manager Marcel Zaffke und Schatzmeister Wolfgang Ries bedanken, dass der Coup geklappt hat."
Zaffke fädelte den Deal ein. "Schon vor zwei Jahren wäre Stefan gerne gekommen, aber da war er von der damaligen sportlichen Leitung nicht erwünscht. Jetzt habe ich mit unseren Leistungsträgern gesprochen - sie sprachen sich alle für Stefans Wechsel aus", betont der ASV-Manager.
Schatzmeister und Ehrenvorsitzender Ries guckte tief in die Kasse, in der zuletzt ein Minus von 16 000 Euro war. 88-Vorsitzender Pick: "Die Verpflichtung war vertretbar, weil weitere Zusagen von Sponsoren da sind. Aber wir sind natürlich weiter bestrebt neue Geldgeber zu finden." Der Landessportbund gibt auch etwas dazu, weil Stefan Kehrer noch Perspektive hat. Ursprünglich hatte dieser wieder einen Lizenzantrag in Aalen unterschrieben, musste sich dort freikaufen. Zaffke: "Er zahlte 2000 Euro in die Jugendkasse."
Stefan Kehrer selbst sagt: "Mein persönliches Ziel sind die Olympischen Spiele 2012. Dafür will ich alles mobilisieren." Und zum neuen Bundestrainer Alexander Leipold hat er wieder gute Kontakte geknüpft. "Ich ringe in Mainz hauptsächlich die 120 Kilo, aber auch 96." Weil Kehrer seit heute Justizvollzugsbeamter in Mannheim ist, taucht er öfter beim Training in Mainz auf.
Mit Kehrer haben die 88er vor allem etwas für ihre nationale Quote getan, schließlich müssen in der anstehenden Saison mindestens vier deutsche Ringer aufgeboten werden. Nach Timur Seidel und Kai Dittrich ist Kehrer der dritte neue Germane im ASV-Team. Eckhart Pick: "Unsere Fans und Sponsoren wollen auch gerne viele deutsche Ringer mit Perspektive sehen. In diese Richtung gehen wir jetzt verstärkt. Wir halten nach Leuten Ausschau, denen wir auch eine berufliche Zukunft bieten können." Unter anderem wird den 88ern laut Informationen aus Bayern noch großes Interesse am amtierenden deutschen A-Junioren-Meister Christian Maier vom Nord-Bundesligisten AC Lichtenfels nachgesagt. Maier holte gerade den Titel in der 74-Kilo-Klasse im freien Stil - und besiegte dabei den Mainzer Kubilay Cakici. "Nächste Woche steht die Mannschaft", sagt der 88-Chef.

