Von Roland Hessel
Vergleich der Bilanz des FSV Mainz 05 nach dem 21. Spieltag der Saison 2004/2005 und der laufenden Runde
Auch in der zweiten Saison im Fußball-Oberhaus weht dem FSV Mainz 05 der scharfe Abstiegs-Wind mitten ins Gesicht. 20 Punkte aus 21 Spielen - eine Bilanz, die wahrlich kein Ruhekissen ist. Der Blick ein Jahr zurück lohnt aber auch. Da standen die 05er in ihrer Premieren-Runde kaum besser da.
40 Punkte braucht´s, so die Faustformel, um nach 34 Spieltagen sicher die Klasse zu erhalten. Dies würde bedeuten, dass die Mainzer in den verbleibenden 13 Begegnungen 20 Zähler einsammeln müssten. Das wäre ein extrem stolzes Vorhaben, was normalerweise nur Teams gelingt, die um die internationalen Plätze kämpfen. Nicht nur die Saison 2004/2005 hat freilich gezeigt, dass der Klassenerhalt auch mit weniger Punkten zu bewerkstelligen ist. Bochum kam auf 35, also hätten 36 Zähler zum Klassenerhalt gereicht. In den vergangenen zehn Jahren musste sowieso keine Mannschaft über die magische Grenze springen, 2001/02 haben sogar 31 Zähler ausgereicht. Die meisten Punkte brauchte man 97/98, als der Tabellen-16. 38 Zähler auf seinem Konto häufte. Im Schnitt dieser Dekade waren es exakt 35,7 Punkte, mit denen der Abstieg in die Zweite Bundesliga vermieden wurde. Doch zurück zum direkten Vergleich der beiden Spielzeiten 2005/06 und 2004/05 und der speziellen Situation für Mainz 05. 20 Punkte sind es heuer, gerade einmal zwei mehr waren es nach dem gleichen Spieltag in der vergangenen Saison (siehe Tabellen). Damals freilich waren die Mainzer auf dem Tiefpunkt ihrer noch so jungen Bundesliga-Zugehörigkeit angelangt, hatten mit dem 0:2 in Leverkusen die siebte Niederlage in Folge eingefahren und durften sich glücklich schätzen, dass der Vorsprung vor dem Tabellen-16. (Bochum) dennoch satte sechs Punkte betrug. Nach vier Rückrunden-Spieltagen wiesen die Mainzer noch null Punkte auf, dieses Jahr sind´s dann immerhin schon vier. Am 22. Spieltag wurde die schwarze Serie mit dem 0:0 gegen Bielefeld unterbrochen, den erste Rückrundensieg gab´s allerdings erst zwei Runden später, am 24. Spieltag. Der damalige 5:0-Erfolg über den SC Freiburg kam einem Befreiungsschlag gleich, der Grundstock für den Klassenerhalt war endgültig gelegt. Interessant ist auch die Tatsache, dass die Mainzer mit einem Sieg in Stuttgart exakt das Punkte-Polster erspielt hätten, dass sie in der vergangenen Saison auf dem Konto hatten, nämlich 23. Die Tordifferenz wäre allerdings deutlich besser. Derzeit steht sie bei minus drei, damals waren es zehn "Miese". Aber selbst, sollte es in Stuttgart nix werden mit dem zweiten Auswärtsdreier in dieser Saison, könnte Mainz 05 immer noch recht schnell die Marke vom Vorjahr erreichen. Dafür bedarf es dann einen Sieg gegen Kaiserslautern am Fastnachtsamstag. Gibt´s nur einen Punkt in Stuttgart und deren drei im Rheinland-Pfalz-Derby stünde das Team um Trainer Jürgen Klopp am 24. Spieltag sogar besser da als in der vergangenen Runde. Nichts ist also verloren, noch nichts natürlich gewonnen. Selbst der detaillierte Blick in die Statistik verdeutlicht, dass es spannend bleiben wird. Was allerdings nicht für die Tabellenspitze gilt. Dort hat sich Rekordmeister Bayern München mit dem satten Vorsprung von zehn Punkten eingenistet. Bitter für "Verfolger" HSV: Mit den bisher erreichten 44 Zählern, wären die Nordlichter in der vergangenen Runde mit drei Punkten Vorsprung Spitzenreiter gewesen. Kaufen können sie sich heute dafür freilich auch nichts...

