Mittwoch, 08. September 2010 14:17 Uhr
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Allgemeine Zeitung

andere Sportarten 

"Spiel geriet früh auf die schiefe Bahn"

27.02.2006

Von Lutz Eberhard

05-Präsident Strutz nimmt Team in Schutz / Thurk kämpferisch: "Am Ende wird abgerechnet"

Diesmal gab es keine Präsidenten-Schelte für den Auftritt der Mannschaft. "Es lag nicht an der Einstellung", meinte der Klubchef des FSV Mainz 05, Harald Strutz, nach der Derby-Niederlage gegen den 1. FC Kaiserslautern: "Das Spiel geriet früh auf die schiefe Bahn." Strutz meinte am Samstag: "Hauptsache ist, wir bleiben drin. Natürlich schmerzt die Niederlage, aber ich hoffe beide Vereine bleiben drin." "Verdient verloren"Manager Christian Heidel sah in der Elfmeterentscheidung schon eine Beeinflussung der Partie. "Der FCK hat aber auch gut gestanden, und wir haben unsere Chancen leichtfertig vergeben. Wir haben verdient verloren." Für den 42-Jährigen steht fest: "Das ist schon ein kleiner Tiefschlag, wir hatten uns viel vorgenommen. Mir tut das vor allem für unsere Zuschauer leid." Genesungswünsche richtete der 05-Manager an FCK-Torwart Jürgen Macho, der sich beim Zusammenprall mit Michael Thurk kurz vor dem Halbzeitpfiff dan Arm gebrochen hatte. Für Heidel steht aber auch fest, dass man trotz der prekären Situation nicht die Nerven verliere. "Der FCK hat eine gute, junge Truppe und hat die Verletzung von Macho weggesteckt", betonte Heidel. Es fehle "ein Quäntchen zum Sieg", in Kaiserslautern habe Mainz gefeiert, jetzt sei es eben umgekehrt. Dass er vor der Partie ziemlich getrommelt habe, das sei doch normal: "Mir herrschte in Mainz zu viel Lethargie." Jetzt droht Depression. Die Niederlage, so glaubt Heidel, habe nichts mit dem Spielsystem zu tun. Auch die Trainerfrage wollte ein auswärtiger Berichterstatter beantwortet haben; Heidels Antwort, ganz 05-typisch: "Klopp kann sofort bis 2037 unterschreiben." Die Spieler werden es in den ausstehenden elf Partien ohnehin richten müssen. Fünf Siege scheinen Pflicht zu sein. Manuel Friedrich stellte die Gegenfrage: "Ich weiß nicht, welchen Vorwurf man uns heute machen sollte?" Die eigenen Fehler müssten abgestellt werden, sagte der Kapitän dann, schon in Dortmund am kommenden Samstag bestehe die nächste Gelegenheit, drei Punkte zu holen. "Es ist schade, dass wir den Fans nicht das geben konnten, was sie sich gewünscht haben", meinte der Abwehrchef. Für Michael Thurk lag es an der Chancenverwertung, und daran, dass der FCK zuletzt soviel über Schiedsrichterentscheidungen lamentiert habe. "Der Elfer ist eine Witzentscheidung. Aber die Lauterer haben wochenlang gejammert, jetzt werden sie jede Woche bevorteilt." Thurk dann kämpferisch: "Am Ende der Saison wird abgerechnet. Dann sehen wir, wer auf einem Abstiegsplatz steht." Nikolce Noveski bedauerte, dass keine 05-Tor gelang. "Dann hätte die Partie wie gegen Frankfurt laufen können", als aus einem frühen 0:2 noch ein 2:2 wurde. "Beim zweiten Gegentor, war auch Glück für den Gegner dabei", sagte der Mazedonier. Tom Geißler meinte: "Als ich rein kam, war noch genug Zeit. Alles war noch möglich. Aber wir hatten nicht nur Pech, es war auch Unvermögen dabei." Benjamin Weigelt wollte die Elfmeterentscheidung nicht fassen: "Ich gehe extra noch weg." Nach dem 0:2 habe man noch versucht zurückzukommen, aber die klaren Chancen ... "Nun müssen wir wieder aufstehen und wirklich das Team Mainz 05 sein. Wir müssen an die Leistungen der vergangen Monate anknüpfen. Da haben wir überragenden Fußball gezeigt." Politik-ProminenzDiesen Fußball vermisste auch Ministerpräsident Kurt Beck, bekennender FCK-Anhänger und 05-Sympathisant: "Mainz war nicht aggressiv genug und auch das vom Willen geprägte Spiel war nicht da Es war das beste Spiel von Lautern, dass ich in dieser Saison gesehen habe." Für den Politiker haben beide Klubs Chancen auf den Klassenerhalt, "auch wenn der FCK ein schweres Restprogramm hat". Der Mainzer Bundestagsabgeordnete Rainer Brüderle vermisste den "verdienten Punkt" für Mainz. "Das Tor hat gefehlt, aber ein Unentschieden wäre verdient gewesen." Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage sah etwas Pech bei Mainz 05: "In der zweiten Halbzeit war Mainz besser, in der ersten der FCK. Der Elfmeter ist umstritten." Beim Kampf um den Klassenerhalt sieht Bauckhage beide Vereine mit guten Möglichkeiten: "Der Sieger von heute hat jetzt einen kleinen Vorteil." Der Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel verließ das Bruchweg-Stadion Sekunden vor dem Abpfiff zusammen mit Bildungsministerin Doris Ahnen. "Es sind noch elf Spiele, aber die Ausgangslage hat sich verschlechtert Ich habe noch nie so viele Fehlpässe gesehen wie diesmal."


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