Von Lutz Eberhard
Trainingsauftakt bei Mainz 05 / Stürmer-Entscheidung bis Dienstag
Der offizielle Trainingsauftakt findet an diesem Samstag im Bruchweg-Stadion statt (Programm beginnt um 10.30 Uhr). Schon am Freitag stand für die Profis des Fußball-Zweitligisten Mainz 05 der Laktattest auf dem Programm. Den zweiten neuen Stürmer präsentieren die Nullfünfer frühestens in der kommenden Woche.
Sieben Wochen hat Trainer Jürgen Klopp Zeit, die neue 05-Mannschaft zu formen. Das Trainingslager steigt vom 14. bis 22. Juli in thüringischen Teistungen. "Am Samstag können die Jungs den Akku richtig voll machen. Sie können direkt spüren, dass hier etwas besonderes geschieht, in einem vollen Stadion", schwört Klopp sein Team vor dem Trainingsauftakt im Bruchweg-Stadion ein (Vorstellung des Teams ab 13.30 Uhr). Fehlen werden nur Chadli Amri (noch im Urlaub) und Fabian Liesenfeld (grippaler Infekt). "Es kann kein 05-Fan etwas anderes vorhaben, jeder muss das Gefühl bekommen, es geht klasse weiter", meinte der 05-Trainer. Alle neuen Profis werden dabei sein, in den neuen Trikots, die für die Fans allerdings erst ab August zur Verfügung stehen. Angreifer Srdjan Baljak muss direkt nach dem Auftakt wieder nach Serbien zurück, um Visumformalitäten zu klären. Deshalb steht noch nicht fest, ob der Angreifer beim Testspiel am Sonntag (17 Uhr) beim Kreisligisten SV 07 Bischofsheim (siehe Infokasten) auflaufen kann. "Alle die da sein werden und fit sind, die werden dort spielen", sagte Klopp. Der nächste Test steht dann am Mittwoch in Kriftel an (19 Uhr). Am Freitag sprach Klopp auch ausführlich mit Kapitän Dimo Wache, über den Inhalt der Unterredung wurde nichts bekannt. Strutz zufrieden Präsident Harald Strutz setzt darauf, dass "alle an die Stärke des Vereins, der Fans und des Teams glauben". Niemand dürfe in Agonie verfallen, "das ist Mainz untypisch". Strutz unterstrich am Freitag: "Wir sind ein besonderer Absteiger, wir haben uns geschüttelt und greifen wieder an. Ich sehe den Trainingsauftakt als Neubeginn. Wir haben hervorragende Spieler verpflichtet und werden eine starke Mannschaft präsentieren." Manager Christian Heidel setzt auf gutes Wetter. "Ich hoffe, der Funken springt über, auch wenn es Zweite Bundesliga ist. Wir haben einiges dafür getan, dass wir mit Optimismus in diese Liga gehen können", sagt der Manager. "Aber ich muss Leuten erklären, warum wir keine Stammspieler aus der Ersten Liga verpflichten. Ja, meint denn jemand, Karhan käme nach Mainz, wenn er in Wolfsburg Stammspieler wäre?", fragt Heidel. "Wenn ich sehe, wen die anderen Klubs wie Köln und Mönchengladbach bisher geholt haben, haben wir eine gute Mannschaft beisammen - auch wenn gemäkelt wird, es seien zu wenig Deutsche dabei. Ich kann nur sagen, alle sprechen Deutsch, und Baljak fließend Englisch. Einige erwarten dann Podolski oder Schlaudraff in Mainz." Der weitere neue Mann für den Sturm ist gefunden. "Wir haben eine klare Priorität, aber bis zum Samstag wird das nichts", sagte der Manager am Freitagabend. "Eine endgültige Entscheidung, ob die Sache machbar ist, fällt bis Dienstag." Klar sei aber, dass noch ein Angreifer geholt werde. "Es könnte dann sein, dass es bei einem anderen Kandidaten noch etwas dauert." Für Heidel zählt in Zusammenarbeit mit Finanz-Vorstand Friedhelm Andres die wirtschaftliche solide Arbeit, auch wenn durch die Transfers von Manuel Friedrich und Mohamed Zidan knapp neun Millionen Euro eingespielt wurden: "Wir dürfen bei unserer Rechnung nicht vergessen, dass der Etat in 08/09 bei einem Nichtaufstieg wieder zehn Millionen Euro beträgt. Wenn ich aber jetzt die so genannten Knaller mit Millionengehalt hole, die Transfereinnahmen in einem Jahr komplett ausgebe, habe ich in der neuen Saison ein großes Problem, da ich die Gehälter der so genannten Knaller nicht in mein Zehn-Millionen-Budget bekomme." Der Manager stellt klar: "Wir dürfen kein Risiko eingehen, das die Perspektive von Mainz 05 gefährdet. Man erinnere sich an die Überflieger vom SSV Ulm als warnendes Beispiel." Mainzer Vorzüge Zu den sportlichen Aspekten der Transfers verdeutlicht Heidel: "Wir haben den Markt durchkämmt. Wir haben das beste daraus gemacht, jetzt muss man schauen, was daraus wird." Der Pluspunkt sei, dass die Spieler, die man verpflichten möchte, nach Mainz eingeladen werden. "Das Ambiente von Mainz, das macht viel aus. Mit Miroslav Karhan und seiner Frau bin ich am Rhein entlang spaziert, die Sonne hat geschienen ..." Andere würden sich mit ihren Kandidaten an Tankstellen treffen.

