Von Roland Hessel
05-Manager reist im "Fall Soto" nach Zürich / Ziel: sofortige Freigabe
Die Zeit wird knapp, doch der Fußball-Bundesligist Mainz 05 lässt nichts unversucht, doch noch bis zum Rückrundenauftakt am Samstag in Bochum die Spielberechtigung für den in der Winterpause verpflichteten Kolumbianer Elkin Soto zu erwirken.
05-Manager Christian Heidel reiste deshalb gestern kurzfristig nach Zürich, um sich direkt beim Weltverband Fifa über das weitere Vorgehen beraten zu lassen. Bekanntlich hatte Mainz 05 Elkin Soto vor zwei Wochen unter Vertrag genommen, muss sich jetzt aber mit seinem Stammverein Once Caldas streiten, der behauptet, dass Soto einen gültigen Vertrag bis Januar 2008 bei den Südamerikanern habe. Dabei geht es dem finanzschwachen Verein eindeutig nur ums Geld. Eine Offerte der Mainzer, die Soto für 100000 Euro "ausleihen" wollten, um einem eventuellen Rechtsstreit zu entkommen, lehnten die Verantwortlichen von Once Caldas ab, beharren auf eine Ablöseforderung von rund 1,5 Million Euro. Dass die Kolumbianer überhaupt kein Interesse an dem Spieler selbst mehr haben, verdeutlicht unterdessen deren Vizepräsident José Igancio Llano, der in der kolumbianischen Tageszeitung "La Patria" wie folgt zitiert wird: "Wir streben nicht an, dass er zurückkommt oder ähnliches. Er ist schon dort (in Mainz; Red.) und ist Spieler dieser Mannschaft, aber die Rechte liegen bei uns." 05-Manager Heidel will sich auf weitere Händel mit Once Caldas aber nicht einlassen. Deshalb düste der 43-Jährige kurzfristig in die Schweiz, um direkt mit dem Weltverband die weitere Vorgehensweise abzustimmen. Klar ist nun, dass Mainz 05 über die Deutsche Fußball Liga (DFL) bei der Fifa ein Verfahren mit dem Ziel der sofortigen Freigabe anstrebt. Dies würde dann in der Züricher Zentrale in der Abteilung "Spielerstatut" über die Bühne gehen und wäre wohl wie eine einstweilige Verfügung zu verstehen. In dieses Procedere ist jedenfalls Once Caldas nicht involviert. Sollte die Fifa zugunsten der Mainzer entscheiden, dürften auch eventuelle Forderungen der Südamerikaner nichtig sein. Kurzfristige LösungDies alles muss jetzt jedenfalls schnell über die Bühne gehen. "Natürlich können wir nicht sagen, wie schnell es gehen wird. Aber es geht absolut um eine kurzfristige Lösung", so 05-Pressesprecher Tobias Sparwasser. Primärziel der Rheinhessen ist es, Soto bereits am Samstag in Bochum einzusetzen. Aber auch den Ablauf der Transferperiode am 31. Januar müssen die Mainzer weiter im Blick haben. Ohne die Absegnung des Weltverbandes bis zu diesem Stichtag in einer Woche dürfte der Soto-Deal so oder so geplatzt sein. Christian Heidel selbst, der gestern Abend aus Zürich zurückkam, wollte übrigens keine Stellungnahme abgeben. "Ich werde dazu derzeit nichts sagen. Schließlich handelt es sich jetzt um ein schwebendes Verfahren."

