Von Marcel Friederich
SCHWIMMEN Freiwasser-Weltcup beginnt mit Angela Maurer, Nadine Reichert und Annika Traxel / Erster Test für Saisonhöhepunkte
Mit geballter Mainzer "Frauen-Power" beginnt an diesem Sonntag der heiß umkämpfte Freiwasser-Weltcup über zehn Kilometer. Der Startschuss fällt im brasilianischen Santos, ehe sieben weitere Stationen bis Ende Oktober auf dem Programm stehen. Mit dabei sind die "Grande Dame" Angela Maurer (SSV Undine Mainz), die aufstrebende Nadine Reichert (SG EWR Rheinhessen-Mainz) und Toptalent Annika Traxel (Mainzer SV). Als Trainer ist SG-Präsident Christian Hein vor Ort.
Hoffnung auf besseren Start
"Auf jeden Fall will ich besser als vergangenes Jahr in die Saison starten", sagt die 34-jährige Maurer, die beim ersten Rennen 2009 nur Rang sieben belegt hatte. Jedoch sollte es bei diesem einen Ausrutscher bleiben: Dank starker Leistungen kam Maurer im Gesamtweltcup auf Platz zwei und wurde Weltmeisterin über 25 Kilometer. Auch dieses Jahr wird eine WM ausgetragen (15. bis 23. Juli in Roberval/Kanada), doch im Mittelpunkt steht für Maurer die EM in Budapest (4. bis 15. August). Diese Titelkämpfe werden gemeinsam mit den Becken-Schwimmern ausgetragen, "deshalb ist die Aufmerksamkeit automatisch höher und der Reiz für uns Freiwasser-Schwimmer größer." Somit will Maurer bei der EM über zehn und 25 Kilometer starten, bei der WM dagegen nur über zehn Kilometer. Die Tickets für beide Titelkämpfe werden bei der Deutschen Meisterschaft (24. bis 27. Juli in Straußberg) vergeben: Die ersten Zwei fahren zur WM, die ersten Drei zur EM. "Durch meinen WM-Titel habe ich automatisches Startrecht über 25 Kilometer, auch bei der EM", sagt Maurer, "so dass ich mich voll auf die zehn Kilometer konzentrieren kann." Die anstehenden Weltcup-Rennen seien deshalb die beste Vorbereitung, zumal sich in Brasilien die komplette Weltelite angesagt hat: "Das wird sicher kein langweiliges Rennen."
Es geht um Erfahrung
Im Gegensatz zu Maurer steht ihre Trainingspartnerin Annika Traxel erst am Beginn ihrer Karriere. Die 17-Jährige hatte schon im Vorjahr den vierten Platz bei der DM belegt und war nur hauchdünn an der WM-Qualifikation gescheitert. In diesem Jahr schwimmt sie erstmals die komplette Weltcup-Saison. "Als Ziel haben wir keine bestimmten Platzierungen ausgegeben", sagt MSV-Trainer Nikolai Evseev, "sondern es geht darum, viele internationale Erfahrungen zu sammeln. Schließlich möchte Annika irgendwann bei Olympischen Spielen teilnehmen." Erster Höhepunkt könnte die EM sein, "weil ich mich dafür bei der DM nur um einen Platz verbessern müsste", sagt Traxel. "Von Rang vier auf Platz drei - ich glaube, das ist ein realistisches Ziel."
Blick Richtung Olympia 2012
Unterdessen hat Nadine Reichert mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Die 25-Jährige kann erst seit einer Woche wieder voll trainieren. "Deshalb bin ich schon froh, wenn ich in Brasilien nicht Letzte werde", sagt die Lehramts-Studentin. Dennoch hat sich Reichert ein klares Saisonziel gesetzt: die Qualifikation zur EM und WM. Im Weltcup will die Vorjahres-Vierte eine konstantere Saison schwimmen als zuletzt, "das heißt, ich möchte in jedem Rennen unter die besten Vier kommen." Im Vorjahr war sie zwar mehrmals auf das Podest geschwommen, doch einige Male auch jenseits von Gut und Böse im Ziel gelandet. "Diese Ausrutscher will ich abstellen", sagt Reichert, "besonders mit Blick auf das nächste Jahr." Schließlich werden bei der WM 2011 die Olympia-Tickets vergeben - "und die Olympia-Teilnahme ist mein großes Ziel."

