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Schmidt: Ich will den WM-Titel

22.08.2009 - POSEN

ACHTER Auf Weltcup-Sieg soll nächster Triumph folgen

POSEN. Die Leichtathleten haben gezeigt, wie es geht, nun sind die Ruderer an der Reihe. Die Flotte des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV) will bei der am Sonntag im polnischen Posen beginnenden Weltmeisterschaft die Olympia-Schmach von Peking vergessen machen. Das gilt besonders für den Achter mit Sebastian Schmidt vom Mainzer Ruder-Verein (MRV). Unsere Zeitung sprach mit dem 24-jährigen Schlagmann des DRV-Flaggschiffs.

Herr Schmidt, wie steht es um die Form des deutschen Achters?

Die stimmt. Wir haben eine gute Vorbereitung hinter uns. Nach dem Weltcup in Luzern war zwar die Trainingsgruppe für ein paar Tage etwas dezimiert, weil einige Leute mit ihrem Studium zu tun hatten, aber danach wurde in Dortmund zwei Wochen intensiv trainiert, bevor wir dann mit dem kompletten WM-Team das Trainingslager in Ratzeburg absolviert haben. Auch die Relegationsrennen, die wir dort gefahren sind, sind gut gelaufen.

Gehört das deutsche Boot nach dem Weltcup-Sieg in Luzern nur ein Jahr nach der Pleite von Peking schon wieder zu den Mitfavoriten auf den WM-Titel?

Das ist schwer zu sagen. Vor Olympia ist vieles schief gelaufen, doch darüber will ich jetzt eigentlich nicht mehr reden. Das ist abgehakt. Der Sieg beim Weltcup ist eine zusätzliche Motivation für uns, aber natürlich auch für die anderen Nationen, die sich von uns nicht noch einmal besiegen lassen wollen. Fakt ist, dass in Luzern alle starken Boote am Start waren und wir gewonnen haben, das gibt Selbstvertrauen. Bei der WM kommen zwar noch die Ukraine und Australien dazu, die man sicher nicht unterschätzen darf, aber wohl nicht zu ganz großen Favoriten gehören.

Gibt es eine Zielvorgabe seitens des Verbandes?

Nein, keine konkrete zumindest. Aber für mich ist das Ziel klar: Ich will gewinnen. Man kann zwar sicher nicht automatisch davon ausgehen, dass wir das Ergebnis von Luzern wiederholen, aber möglich ist es allemal. Wir haben uns in den vergangenen Wochen im Training den Hintern aufgerissen, und ich sehe keinen Grund, warum wir uns bei der WM hinten anstellen müssten.

Im Deutschen Ruder-Verband wurden nach Peking umfangreiche personelle Änderungen vorgenommen, mit Hartmut Buschbacher ein neuer Bundestrainer installiert und mit Michael Gentsch ein neuer Sportdirektor. Sind Sie mit der Entwicklung seitdem zufrieden?

Ich denke schon. Natürlich läuft noch nicht alles optimal, aber die Richtung stimmt. Es wird generell wieder mehr nach Leistung entschieden. Das ist aus meiner Sicht der einzig richtige Weg. Und für mich persönlich war wichtig, dass der Achter von Ralf Holtmeyer trainiert wird. Mit ihm wollen und können wir wieder dauerhaft in die Weltspitze zurückkehren.

Das Gespräch führte

Rüdiger Lutterbach

Sebastian Schmidt.Foto: privatVergrößern

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