Von Lukas Gutzler
HOCKEY-TAGE Siegerpokal geht zum fünften Mal nach Köln / 2:1-Sieg gegen Düsseldorf
Die Hockeyfrauen von Rot-Weiß Köln und die EWR-Hockey-Tage - das ist eine echte Liebesheirat. Bereits zum fünften Mal wanderte der "EWR-Energiecup" in die Domstadt. Selbst bei einer Niederlage der Kölnerinnen im Finale wäre die Trophäe aber im Rheinland gelandet, hieß der Finalgegner doch Düsseldorfer HC. Weil die Rot-Weißen beim Penalty-Schießen aber die besseren Nerven bewiesen, durfte der Tabellendritte der erste Liga einen 2:1-Sieg bejubeln.
Bevor Marion Rodewald von Rot-Weiß Köln den Siegerpokal entgegennehmen konnte, mussten die Veranstalter kurzfristig umdisponieren. Nach dem Finale hatte der Himmel endgültig seine Schleusen geöffnet, weshalb die Siegerehrung kurzerhand ins Zelt verlegt wurde. Chef-Organisator Klaus Fischer von Ausrichter TG Worms hätte sich natürlich eine bessere Witterung gewünscht: "Ich kann vieles planen und beeinflussen. Außer das Wetter", bemerkte Fischer. "Petrus macht wohl Winterpause", witzelte das TGW-Urgestein. Letztlich hatte die Siegerehrung ihren ganz eigenen, familiären Charme. Auch ohne Mikro dankten der Wormser Sportdezernent Hans-Joachim Kosubek und Helmut Antz von Hauptsponsor EWR allen Beteiligten, die dieses sportliche Großereignis ermöglichen.
Denn dass auf der Jahnwiese jedes Jahr Spitzensport geboten wird, machte nicht zuletzt das Endspiel deutlich, das den - zugegeben etwas spärlich erschienen - Schaulustigen bestes Feldhockey bot. Im ersten Abschnitt machten die Domstädter den ausgeschlafeneren Eindruck, weshalb sie nicht unverdient durch Nicola Müllers Treffer aus dem Gewühl heraus (25.) zur Pause mit 1:0 führten. Nach dem Wechsel hätte Kölns Nicoletta Abel den Sack zumachen können, doch die Tochter von DHB-Präsident Stephan Abel scheiterte aus wenigen Metern an HC-Torsteherin Katha Bütow (35.). In der Folge übernahmen die Düsseldorferinnen das Kommando, wofür sie belohnt wurden: Jana Gerits traf knallhart ins rechte Eck (40.). Am Ende musste ein "Shoot-Out" herhalten, um die Partie zu entscheiden. Hier bewies Kölns Pia Eidmann die nötige Kaltschnäuzigkeit. Weil alle anderen verschossen, reichte das zum Turniersieg, was laut Coach Markus Lonnes auch verdient war: "Wir waren ein Quäntchen besser als Düsseldorf." Das Trainerduo des HC, Michael Blaschke und Tom Wegner, mochte sich hingegen nicht grämen: "Für uns war dieses Turnier ein guter Test für die Rückrunde. Im Penaltyschießen gehört immer auch eine Portion Glück dazu."
Beide Teams hatten zuvor ihre Gruppen dominiert. In der Gruppe 1 waren die Kölner das Maß aller Dinge und verwiesen Zweitligist TSV Mannheim, den Rüsselsheimer RK sowie die HG Nürnberg auf die Plätze. Die Düsseldorfer zeigten Alster Hamburg, dem TuS Lichterfelde und Schwarz-Weiß Neuss in der zweiten Vierergruppe die Rücklichter.
Gestern gingen schließlich die Platzierungsspiele über die Bühne. Platz sieben ging an SW Neuss (2:1 gegen Nürnberg), Platz fünf sicherte sich der Rüsselsheimer RK (1:0 gegen TuS Lichterfelde). Noch enger ging es im "kleinen" Finale zu: Alster Hamburg legte gegen den frisch gebackenen Hallenmeister TSV Mannheim einen Blitzstart hin, bereits in Minute eins feuerte Lydia Morgenstern nach einer Strafecke ein. Doch angetrieben von Nationalspielerin Fanny Rinne kämpfte sich die TSV-Crew zurück ins Spiel. Rinne selbst war es, die ihre Truppe ins Penaltyschießen schoss (42.). Dort belohnte TSV-Keeperin Lydia Utz den Zweitligisten für eine gute Leistung, indem sie zwei Hamburger Versuche abwehrte und den 3:2-Sieg ermöglichte.


