TTC-Jugendarbeit trägt Früchte
05.07.2010 - BUBENHEIM
Von Andreas Scherer
TISCHTENNIS In Bubenheim wachsen hoffnungsvolle Talente heran / Marc Nickel und Laura Weinel wechslen
Knapp über 200 Mitglieder zählt der Tischtennisclub (TTC) Bubenheim. Angesichts einer Bevölkerungszahl der Selztalgemeinde von kaum mehr als 900 ist das ungefähr so, als würden 45 000 Einwohner der Landeshauptstadt bei Mainz 05 ihre Mitgliedsbeiträge zahlen. Lange Zeit war der 1953 gegründete Verein in dem Weindorf der einzige, in dem sich Jugendliche und Erwachsene sportlich betätigen konnten. Erst seit knapp zehn Jahren gibt es mit dem wieder belebten TV eine Alternative. Zeitgleich, im Jahr 2000, wurde die Sport- und Kulturhalle eingeweiht, in der die Tischtennis-Spieler optimale Bedingungen vorfinden. Nicht umsonst hat das Damen-Team von Hassia Bingen in seinen Zweitliga-Zeiten, als es in Bingen Raumnot gab, gerne auch die Bubenheimer Gastfreundschaft in Anspruch genommen und dort Heimspiele ausgetragen.
Fünf Herren-Mannschaften des TTC, von der D-Klasse bis zur Kreisliga, waren in der vergangenen Runde gemeldet. Vier Damen-Teams waren aktiv, darunter die erste Mannschaft in der Ersten Verbandsliga. Besonders stolz ist man in Bubenheim auf die erfolgreiche Jugendarbeit. Rund 30 Jungen und Mädchen zwischen sechs und 17 Jahren werden trainiert, und die vor einigen Jahren intensivierte Jugendarbeit trägt Früchte: Die zwei größten Talente der jüngeren Vergangenheit, Marc Nickel (12) und Laura Weinel (14), werden den TTC Bubenheim verlassen und ihr sportliches Können bei anderen Vereinen der Region unter Beweis stellen. Marc, der in der abgelaufenen Spielzeit sein Ausnahmetalent in der zweiten Herrenmannschaft aufblitzen ließ, wechselt zum TSV Wackernheim III in die Bezirksliga Nord. Laura wird künftig für den TSV Gau-Odernheim II in der 1. Damen-Verbandsliga hinter der Platte stehen. Marc, Schüler am Sebastian-Münster-Gymnasium in Ingelheim, der gerade erst den Ranglistenwettbewerb der A-Schüler im Kreis Bingen gewonnen hat, spielt mit seinen zwölf Jahren bereits bei den Herren. Er trainiert außerdem im Verbandskader des Rheinhessischen Tischtennisverbandes (RTTV). Sieben Trainingseinheiten pro Woche sind da keine Seltenheit.
Beim weiblichen Pendant, der 14-jährigen Laura, sieht es nicht viel anders aus. Die IGS-Schülerin wechselt jetzt nach Gau-Odernheim, weil sie dort bessere Chancen für ihre Weiterentwicklung sieht. Auch sie spielt bei den Erwachsenen. Den beiden beim Training zuzuschauen, ist eindrucksvoll. Unzählige Male müssen etwa die Blockschläge eingeübt sein, die Bewegungsabläufe sind völlig verinnerlicht und automatisiert, für den Laien, der ab und zu Mal den Tischtennisschläger in die Hand nimmt, bleibt da nur ehrfürchtiges Staunen. Natürlich gibt es bei den beiden Jugendlichen auch „Hänger“. Dann heißt es, sich durchzubeißen, die selbst auferlegte Trainingspflicht zu erfüllen. Letztlich hilft der Spaß am Spiel mit dem Zelluloidball über solche Durststrecken hinweg. „Die Kinder brauchen ein Umfeld, in dem sie sich wohlfühlen, das wirkt sich dann auch auf die Leistung aus“, sagt Jugendtrainer Florian Faderl. Laura Weinel etwa ist so sportbegeistert, dass sie nebenbei noch bei den Schwabenheimer Fußball-Mädchen mitmischt.

