Sein erklärtes Ziel heißt dritte Liga
25.06.2011 - OCKENHEIM
Von Philipp Germeroth
NACHWUCHSFUSSBALL Ockenheimer B-Jugendlicher Philipp Fleischer wechselt zu A-Jugend-Regionalligist Offenbacher Kickers
Unzählige Nachwuchsfußballer träumen von einer Karriere im bezahlten Fußball. Doch die meisten Spieler müssen bereits frühzeitig ihre Hoffnungen begraben, lediglich einem verschwindend geringen Prozentteil gelingt tatsächlich der Durchbruch. Eines von diesen ambitionierten Talenten ist Philipp Fleischer. Aktuell befindet sich der 17-Jährige am Scheideweg seiner noch jungen Laufbahn und die kommenden Jahre werden darüber entscheiden, ob er seinen Traum verwirklichen kann. Nach acht Jahren in der Jugendabteilung des 1. FSV Mainz 05 bekam Fleischer nach dem Ablauf der vergangenen B-Jugend Bundesligasaison mitgeteilt, dass er nicht in die höhere Altersklasse übernommen wird. „Natürlich war ich darüber sehr enttäuscht. Allerdings habe ich bereits seit mehreren Jahren damit gerechnet, dass es mich treffen kann“, sagt der defensive Mittelfeldspieler und begründet diese Entscheidung mit seiner unauffälligen Spielweise. „Als Sechser falle ich eher selten auf und stelle mich voll in den Dienst der Mannschaft.“ Seine jeweiligen Trainer seien deshalb zu Saisonbeginn meist skeptisch gewesen. Im Laufe der Runde hätten sie jedoch gemerkt, welch enorme Bedeutung er für das Team habe, sodass er in jeder Altersklasse Stammspieler war.
Kickers bieten gute Zukunftsperspektiven
Die Nicht-Übernahme in den höheren Jahrgang änderte jedoch nichts an Fleischers Ziel, in der dritten Liga spielen zu wollen. „Natürlich träume ich immer noch von der Bundesliga. Doch wenn ich realistisch bin, dürfte die dritte Liga eher meinen Fähigkeiten entsprechen.“ Nach mehreren Probetrainings entschied sich der Schüler des Sebastian-Münster-Gymnasiums für die A-Jugend Mannschaft von Kickers Offenbach. „Der OFC hat mir gute Zukunftsperspektiven aufgezeigt, vor allem, da die Durchlässigkeit in die U23-Mannschaft (Hessen Oberliga) und zu den Profis (Dritte Liga) sehr groß ist.“ Sein zukünftiges Team verpasste in der Relegationsrunde den Aufstieg in die A-Jugend Bundesliga denkbar knapp um ein Tor. Diesen peilt Philipp nun in der kommenden Saison selbst an, um dann in seiner zweiten A-Jugend-Saison am Mainzer Bruchweg aufzulaufen. „Ich wäre sehr heiß darauf den 05ern zu zeigen, dass es ein Fehler war, mich wegzuschicken.“ Immerhin hängt das Herz des Ockenheimers immer noch an den Rheinhessen, deren Profispiele er auch in der kommenden Saison besuchen wird. „In der heutigen Zeit ist das Fußballgeschäft leider so schnelllebig geworden, ich würde mich hingegen als einen sehr treuen Spieler einschätzen.“ Deshalb kommt es für den Elftklässler bislang nicht in Frage, eines der zahlreichen Beraterangebote anzunehmen.
Nachdem Fleischers Familie 2003 von einem vierjährigen London-Aufenthalt zurückkehrte, schloss Philipp sich für ein halbes Jahr der Fidelia aus Ockenheim an. Bei den Mini-Kicker-Tagen von Mainz 05 wurde Fleischer als einziger von 70 Kindern in die E 1 des Bundesligisten übernommen. Bis zur U13 verteidigte er auf dem Kleinfeld, bis seine Ausbildung als zentraler Mittelfeldspieler begann. „Auf dieser Position kann ich am besten meine Stärken wie Laufbereitschaft, Übersicht, Kampf und meinen großen Teamgedanken einbringen.“ Verbesserungsbedarf sieht der Nachwuchsspieler noch bei seiner Technik, der Schnelligkeit, Sprungkraft und einem robusteren Körperbau. Hierfür arbeitet Fleischer zwei Mal wöchentlich im Kraftraum. Insgesamt standen bei den Nullfünfern fünf Trainingseinheiten sowie ein Spiel auf dem Wochenplan. „Im Training habe ich den Ansporn, immer mehr als meine Mitspieler zu machen.“ Schließlich entscheiden über eine Profikarriere zu 30 Prozent das Talent und zu 70 Prozent der Wille. „Ich habe schon früh von meinen Eltern beigebracht bekommen, dass ich viel mehr Willen als Talent habe. Zwar haben etliche Mitspieler bessere Veranlagungen als ich, doch über meinen Einsatz mache ich sehr viel wett.“

