Publikum peitscht Team nach vorne
01.09.2010 - INGELHEIM/MÜNCHEN
Von Jens Hoffmann
BOWLING Pascal Winternheimer aus Ingelheim holt mit deutscher Mannschaft WM-Bronzemedaille
Pascal Winternheimer vom BC 99 Ingelheim hat mit dem deutschen Bowling-Nationalteam bei der Weltmeisterschaft in München die Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb gewonnen. „Es war schon ein beeindruckendes Gefühl, vor heimischem Publikum in einem WM-Halbfinale zu stehen“, sagte Winternheimer im Rückblick auf das Turnier. Doch vor dem Erfolg hatte die sechsköpfige Mannschaft im 54 Nationen zählenden Teilnehmerfeld mit einem durchwachsenen Turnierstart zu kämpfen.
Nach vier von sechs Durchgängen zur Qualifikation für das Halbfinale lag die deutsche Mannschaft auf einem unbefriedigenden 13. Rang. Dann aber platzte der Knoten: Mit 1127 abgeräumten Pins in Durchgang fünf erzielte das deutsche Team das beste Durchgangsergebnis im gesamten Wettbewerb. Im ausverkauften Münchener Dream-Bowl Palace peitschte das Publikum die Mannschaft im letzten Durchgang noch einmal nach vorne. Mit einem mit 1120 Pins hervorragenden Ergebnis, zu dem Pascal Winternheimer 214 Punkte beisteuerte, gelang Deutschland als drittbester Mannschaft der Halbfinal-Einzug.
Im ersten Halbfinale hatten die USA mit Kolumbien kurzen Prozess (1073:970) gemacht. Deutschland hielt in seinem Halbfinale gegen Finnland das Spiel lange ausgeglichen. Am Ende hatten die skandinavischen Bowling-Asse jedoch mit den größeren Strike-Serien die Nase vorne. Die Finnen gewannen mit 996:941 Pins, was für Deutschland wie auch für die Kolumbianer nach der Niederlage gegen die USA den Gewinn der Bronzemedaille bedeutete. Die US-Profis holten sich in einem packenden und knappen Finale gegen die Finnen mit 1073:1057 den Weltmeistertitel. Auch wenn es im Masters, dem Einzelwettbewerb, nicht für den Einzug in die Finalrunde der besten 16 reichte, zieht der Jüngste im deutschen Kader ein positives Fazit seiner ersten WM-Teilnahme. „Wenn man den Turnierverlauf sieht, ist die Bronzemedaille auf jeden Fall als Erfolg zu werten“, freute sich der 22-jährige Physikstudent nach neun Turniertagen über den dritten Platz mit der Mannschaft.
In der Tat kann das deutsche Team mit seiner Leistung zufrieden sein. Während an die US-Amerikaner und Skandinavier von Anfang an hohe Erwartungen gerichtet waren, zählte das deutsche Team nicht zum engeren Favoritenkreis im Medaillenrennen.
Nun will Winternheimer sich weiter an den Kreis der Spitzenspieler heranbowlen. Tipps von erfahrenen Bowlern wie Chris Barnes aus dem US-Team hat er sich bei der Weltmeisterschaft schon einmal reichlich geholt: „Es war eine tolle und freundschaftliche Atmosphäre unter den insgesamt 356 Spielern.“

