Neun Medaillen im Gepäck
27.04.2010 - BAD KREUZNACH
Von Andreas Hand
TRAMPOLIN Erfolgreiche MTV-Turner im Bundesleistungszentrum herzlich empfangen
Fünf Trampolinturner hatte der MTV Bad Kreuznach zu den Europameisterschaften ins bulgarische Varna geschickt. Dass alle zurückkamen, damit durfte man rechnen, dass aber auch alle eine Medaille erturnen würden, war eine - äußerst positive - Überraschung. Klar, dass der Empfang gestern Abend im Bundesleistungszentrum in den ehemaligen Rose Barracks freudig war.
"Das war ein tolles Comeback", sagte der MTV-Ehrenpräsident Peter Gehrke und verbeugte sich vor der 37-jährigen Ex-Olympiasiegerin Anna Dogonadze, die neben der Goldmedaille im Synchronwettbewerb noch Silber mit der Mannschaft und Silber im Einzel gewonnen hatte. "Ich hatte überhaupt keine Probleme mit dem Rücken, ich war selbst überrascht", musste sie diesmal mit keinen Verletzungen kämpfen. Dagegen räumte die bei Wettkämpfen so cool und routinierte Turnerin ein: "Ich war viel aufgeregter als sonst." Ihre zahlreichen Fans in der Badestadt dürfen sich freuen, denn sie kündigte an: "Zumindest die Heimwettkämpfe in der Bundesliga will ich mitturnen." Das heißt: Am Samstag gegen den TV Dillenburg wird sie in der Konrad-Frey-Halle zu sehen sein.
Sehr froh war sie auch über den EM-Titel im Synchron, den sie gemeinsam mit ihrer Teamkollegin Jessica Simon gewonnen hatte. "Im Finale hat es super gepasst", freute sie sich, und ihre erblondete Partnerin, die die Goldmedaille angekündigt hatte, sagte nur: "Ich habe Wort gehalten." Im Einzel war Jessica Simon mit einer guten Leistung (37,70 Punkte) Fünfte geworden. "Es hätte auch mehr sein dürfen, aber das war schon okay", war sie zufrieden. Für Trainer Steffen Eislöffel, der im Anschluss an den Empfang noch einmal ein paar EM-Übungen auf der Leinwand präsentierte, war sie die positive Überraschung der EM. "Sie ist jetzt endlich dort wo sie immer hin wollte", lobte er ihren Weg in die Weltspitze, kündigte aber auch gleich an: "Wir werden jetzt die Schwierigkeit steigern."
Gemeinsam mit Alexandra Kohler hatten diese beiden auch Platz zwei im Mannschaftswettbewerb belegt, wofür Eislöffel auch Kohler ein ganz besonders Lob aussprach. Zumal sie diesmal auch weitaus weniger aufgeregt war als sonst. "Im Finale habe ich die Übung super getroffen", war sie ganz glücklich und räumte nach ihrer ersten EM-Teilnahme ein: "Das war nicht vergleichbar mit einer Jugend-EM. Anna und Jessica mussten durchturnen und haben das ganz souverän gemacht."
Auch für Peter Drozdik war es die Premiere bei den Erwachsenen, und er leistete seinen Beitrag dazu, dass die Doppelmini-Mannschaft den Goldreigen eröffnete. "Das war ein tolles Erlebnis. Mein Ziel ist es jetzt, auch bei der WM im November einen Startplatz im Doppelmini zu erkämpfen", kündigte er an.
Zwei Goldmedaillen präsentierte Martin Gromowski, der zunächst mir der Mannschaft und dann noch im Synchron ganz oben auf dem Treppchen stand. "Die Synchronität war genial", war er noch ganz angetan von der Final-Übung mit seinem Partner Karsten Kuritz. Dabei betonte er noch einmal, dass es die größte Aufgabe war, das andere deutsche Paar hinter sich zu lassen. "Das gibt auf jeden Fall noch einmal einen Schub für die Olympischen Spiele. Schon bei der WM will ich schwerer turnen", blickte er nach vorn. Die zweitägige Busfahrt bis ans Schwarze Meer hat ihn übrigens nicht gestört. "Das war okay", sagte er, fügte aber gleich grinsend an: "Das darf ich aber nicht so laut sagen, sonst fahren wir in Zukunft immer mit dem Bus."

