SG Saulheim voller Spielfreude
06.09.2010 - SAULHEIM
Von Andreas Riechert
OBERLIGA Abel-Team bezwingt TV Moselweiss 31:23 / Auftakt macht Lust auf mehr
Auftakt geglückt, die Neuen erfolgreich integriert und ein spielerisch ansprechender Auftritt, der Lust auf mehr macht: Für die Oberliga-Handballer der SG Saulheim hätte ihr Saisonstart kaum besser verlaufen können. Mit einem zu keinem Zeitpunkt der Partie gefährdeten und auch in dieser Höhe vollauf verdienten 31:23 (18:10)-Heimsieg schickte das neu formierte Team den chancenlosen TV Moselweiß zurück nach Koblenz und untermauerte eindrucksvoll, dass mit der SG auch in dieser Runde zu rechnen sein wird.
Eric Abel war rundum zufrieden. Als Nachwuchshoffnung Jannik Kuntz wenige Sekunden vor Spielende mit einem fulminanten Wurf das 31:22 erzielt hatte, lehnte sich Saulheims Übungsleiter auf der Bank entspannt zurück und applaudierte anerkennend. Bereits während der vorherigen 59 Minuten hatte der SG-Trainer, der das Amt nach dem Rückzug von Erfolgstrainer Karl-Peter Kilz übernommen hat, sachlich und unaufgeregt am Spielfeldrand gestanden und das Geschehen in aller Seelenruhe verfolgt. Von wildem Gestikulieren oder verbalem Eingreifen keine Spur.
„Das ist für mich eigentlich gar nicht üblich. Aber wenn mir meine Mannschaft keinen Anlass zur Kritik gibt, wie das in den ersten 30 Minuten der Fall war, macht sie selbst jemanden wie mich mundtot“, schmunzelte Abel augenzwinkernd. Und im Kern seiner Aussage hatte er zweifellos Recht: Was die Saulheimer in der ersten Hälfte - vor allem defensiv - boten, gehörte zum Besten, was seit langer Zeit im Ritter-Hundt-Sportzentrum gezeigt wurde. Das Abwehrbollwerk der SGler geriet für die TVM-Schützen beinahe zum unüberwindbaren Hindernis, Keeper Sascha Radewald wuchs über sich hinaus und parierte etliche Hochkaräter der Gäste.
„Die Abwehr ist die Basis und der Schlüssel zum Sieg. Das muss die Mannschaft verinnerlichen und das hat sie heute getan. Es gibt wirklich nichts zu kritisieren“, analysierte Abel, der jedoch einräumte, dass sein Team in den ersten Minuten nach Wiederbeginn eine kurze Schwächephase zu überstehen hatte. „Da war - auch bedingt durch ein paar Umstellungen - kurz der Schlendrian bei uns drin, aber danach waren wir wieder voll konzentriert und haben es gut runtergespielt“, sagte der Coach.
Während Abel von einer Leistung sprach, „auf der sich absolut aufbauen lässt“ und die Koblenzer weniger durch ihre Spielkunst als vielmehr durch ihre pöbelnden Anhänger auffielen, die mit etlichen Verbalentgleisungen unterhalb der Gürtellinie die Schiedsrichter attackierten, zeigte sich auch Edwin Walldorf angetan vom Spiel der Hausherren. Dass sich in Philipp Becker, Manuel Pfaff, Lukas Scheer und Timo Heuft gleich alle vier Neuzugänge in die Torschützenliste eintrugen und etablierte Stützen wie Ben Venter und Christoph Acker gleich zum Auftakt aus allen Lagen trafen, machte den SG-Chef froh. „Unsere Einstellung war erste Sahne und es hat Spaß gemacht, den Jungs zuzuschauen. Dieser Auftritt gibt Selbstvertrauen und Zuversicht für die nächsten Aufgaben.“
SG Saulheim: Radewald, Montino; Kröhle (4), Scheer (3), Pfaff (1), Jung (1), Becker (3/2), Acker (5), Venter (6), Vuletic (2), Schuhmacher (1), Heuft (2), J. Kuntz (2), Weber.

