JSG Saulheim spielt mit den Muskeln
02.09.2010 - SAULHEIM
Von Claus Rosenberg
JUGEND-HANDBALL Regionalligist startet gegen Wallau in die Saison / Nachwuchs trainiert härter denn je
Dicke Schweißperlen stehen Max Dexheimer auf der Stirn, als er sagt: „So hart wie diesmal habe ich mich noch auf keine Saison vorbereitet”. Diese Aussage unterschreibt wahrscheinlich jeder A-Jugend-Handballer von der JSG Saulheim/Nieder-Olm, die am Samstag, 17.30 Uhr, daheim mit dem Knaller gegen die SG Wallau in die Regionalliga-Saison startet.
Seit Juni, mit wenigen Unterbrechungen, perfektioniert die Mannschaft ihre konditionellen Fähigkeiten. Mit der Frisbee-Scheibe, dem Ball oder einfach nur durch knallhartes Zirkeltraining wie am Dienstagabend in der Saulheimer Grundschule. Die Erfolge lassen sich spüren: „So fit habe ich mich noch nie gefühlt”, sagt Jannick Kuntz und lässt die Muskeln spielen.
Die jungen Männer wissen, wofür sie schwitzen: Insgeheim hoffen sie, die Regionalliga-Saison auf Platz eins oder zwei zu beenden. Dann wären sie fürs Finale der Südwestmeisterschaft qualifiziert. „Realistisch betrachtet”, wirft der 18 Jahre alte Dexheimer ein, „ist aber auch schon ein Platz unter den ersten fünf klasse. Den haben wir uns als Saisonziel vorgenommen.” Den Rang hatte das Team auch vergangene Saison in der B-Jugend erreicht.
Von nichts kommt nichts. Und schon gar nicht im Jugend-Spitzenhandball, wo inzwischen Vereine mit angeschlossenen Internaten um die Vormachtstellung kämpfen. Die TSG Friesenheim zum Beispiel, die in der Weststaffel als Favorit gehandelt wird. Um diesen leistungssportlichen Entwicklungen zu begegnen, haben sich die ansonsten konkurrierenden SG Saulheim und TV Nieder-Olm zu einer Jugendspielgemeinschaft verbündet. Und deren stärksten Spieler stählen sich mit wenigstens sechs Trainingseinheiten pro Woche. Zwei davon im Aktiventraining der beiden Oberligisten. Für die 16- bis 18-jährigen echte Herausforderungen, die sie anfangs an ihre Grenzen brachten. „Im ersten Training dachte ich, da halte ich nie einen Ball”, erinnert sich Max Dexheimer. Inzwischen aber habe er sich an die härteren Würfe und das schnellere Spiel gewöhnt. Erfahrungen, die auch die Teamgefährten gemacht hätten und die sie nun in der Jugend-Regionalliga weiterbringen könnten.
Wie gut das klappt, haben einige Vorbereitungsspiele gezeigt. Etwa bei einem Turnier in Baden-Württemberg, wo seine Formation „toll gespielt” hat, wie Trainer Eric Abel feststellt. Zufrieden ist er mit dem Stand der Vorbereitung allerdings nicht. „Wir sind längst noch nicht so gut eingespielt, wie ich mir das vorstelle. Aber wir sind stark genug, um einen guten Eindruck zu machen”, sagt er. Um das zu bestätigen, haben seine Jungs in den kommenden Wochen ausreichend Gelegenheit: Samstag geht es gegen Wallau, dann gegen die HSG Irmenach und dann kommt mit der TSG Friesenheim die Topmannschaft schlechthin ins Ritter-Hundt-Zentrum. Verstecken will sich die rheinhessische JSG gegen die Pfälzer jedenfalls nicht. „Unschlagbar sind die nicht”, glaubt der angehende Winzer Dexheimer. Letztlich käme es auf die Tagesform an. Die Erfahrung habe die Mannschaft in der Vergangenheit schon häufiger gesammelt.

