Auf Anruf Probetraining bei Hassia Bingen
20.02.2012 - WÖRRSTADT
IGOR GONCALVES Der 27 Jahre alte Wörrstädter wagt den Sprung von der Bezirksklasse in die Verbandsliga
Der spektakulärste Wechsel der Winterpause vollzog sich zwischen der SG Wiesbachtal und dem Zwölften der Fußball-Verbandsliga, Hassia Bingen. Der Wörrstädter Igor Goncalves, der seitherige Ib-Trainer des Bezirksklassisten, hat mit seinen 27 Jahren den großen Sprung gewagt.
Wie läuft es bei Hassia, Herr Goncalves?
Sehr gut. Ich habe die Vorbereitung bisher gut und ohne Verletzung überstanden. In Bingen bin ich gut aufgenommen worden. Wir sind eine junge Truppe, ich bin mit meinen 27 Jahren der Älteste. Ich fühle mich schon als erfahrener Spieler, obwohl ich noch nie Verbandsliga spielen durfte. Manager Stefan Seidel, Teamkoordinator Guido Spreitzer und Trainer Ekrem Soy haben mir sofort das Gefühl gegeben, dazu zu gehören.
Wie liefen die Vorbereitungsspiele?
Wir haben bisher drei bestritten. Gegen den Rheinland-Verbandsligisten Eisbachtal spielte ich die erste Hälfte, ehe der Trainer im zweiten Abschnitt komplett wechselte. Vergangene Woche ging es dann gegen Rot-Weiß Darmstadt, jüngsten Samstag schließlich gegen Viktoria Aschaffenburg.
Das sind renommierte Namen. Haben Sie je geglaubt, gegen solche Vereine auflaufen zu dürfen?
Nicht wirklich. Mit 17 Jahren wechselte ich aus der Gau-Odernheimer Jugend nach Wallertheim. Mit 25 akzeptierte ich, dass ich nicht mehr höher herauskäme. Es war unvorstellbar, dass ich mal gegen Viktoria Aschaffenburg oder Eisbachtal spielen würde, denn diese Klubs kannte ich nur aus der Zeitung.
Welche Position wollen Sie im Binger Team spielen?
Ich bin als Innenverteidiger verpflichtet worden. Und spiele auch in der Vorbereitungsphase auf dieser Position. Ich denke, dass dies auch so bleiben wird. Auf diesen Positionen hatte Hassia in der Vorrunde ein bisschen Probleme, weshalb sie in der Winterpause nachbesserten. Mit meiner Erfahrung kann ich den jungen Spielern im Team Tipps geben.
Bei der SG Wiesbachtal waren sie manchmal in der ersten, manchmal in der zweiten Mannschaft aktiv. Von der Kreisliga in die Verbandsliga ist ein ordentlicher Sprung. Haben Sie Zweifel oder Angst, den Anforderungen nicht gerecht zu werden?
Zweifel hatte ich, Angst nicht. Ich betrachte es heute als Herausforderung, wobei mir klar ist, dass da drei, vier Ligen dazwischen liegen. Aber: Ich habe bei Hassia ein Probetraining absolviert und muss dabei so überzeugt haben, dass mich Hassia anrief und mir den Wechsel offerierte. Dort geht man also davon aus, dass ich ihre Mannschaft in der Verbandsliga verstärken kann. Sie sehen also offenbar Potenzial und das bestärkt mich, dass ich es schaffen kann und den Bingern helfen kann.
Wie kam es zu dem Wechsel?
Ich bin angerufen und gefragt worden, ob ich nicht einmal ein Probetraining bei Hassia Bingen mitmachen möchte. Daraufhin habe ich am Hessenhaus vorbeigeschaut , mich vorgestellt und abgewartet. Eine Woche später kam ein erneuter Anruf, in dem es hieß, ich sei einer der fünf Neuen, die künftig für Hassia spielen könnten. Da sagte ich natürlich zu, zumal mich viele in meinem Umfeld in dieser Entscheidung bestärkten. Ich möchte die Chance wahrnehmen. Wenn ich es nicht schaffe, dann möchte ich mir wenigstens sagen können, dass ich es probiert habe.

