Von Volker Schütz
Alzeyer Bezirksklassisten froh, wenn es wieder um Punkte geht / Derbys in Wonsheim und Mauchenheim
Wenn sich die Winterpause zieht wie Kaugummi, wird es Zeit, dass es mit der Fußballspielerei wieder los geht. Wenn nicht alles täuscht, könnten am Wochenende die ersten Punktspiele der Bezirksklasse ausgetragen werden, nachdem die zuletzt geplanten Nachholspiele allesamt abgesetzt werden mussten. Trainingsspiele sind ja ganz schön - Punktspiele aber einfach viel schöner. Die Sehnsucht ist bei den meisten groß.
Damit´s gleich rund läuft und die ersten Zähler eingesackt werden können, begeben sich die acht Bezirksklassisten aus dem Kreis Alzey nicht unvorbereitet auf die Punktehatz. Aber wer glaubt, dass die Teams in etwa das gleiche Vorbereitungsprogramm absolviert haben, der irrt gewaltig. Die einen haben bereits am 3. Januar angefangen, die anderen erst vergangene Woche. Bekanntlich ist des Menschen Wille ist sein Himmelreich... Beim Spitzenreiter haben sie am 15. Januar angefangen sich zu trimmen. "Wir waren in unendlich vielen Hallen", sagt Abteilungsleiter Peter Pollok, da ein geregelter Trainingsbetrieb nicht möglich gewesen sei. Als wichtigste Erkenntnis der Winterpause bleibt bei der SG so festzuhalten, dass Jörg Baumgärtner auch im kommenden Jahr als Spielertrainer das Sagen hat, dass Ulrich Fügen in die Rolle des Co-Trainers und Ib-Trainers schlüpfen wird und dass "wir zumindest konditionell fit sind", so Pollok. Was eine Grundlage dafür ist, das Saisonziel in die Tat umzusetzen: "Wir wollen den Platz verteidigen und nach Möglichkeit in die Bezirksliga zurück." Nicht mehr dabei ist bei der SG Ranin Nazari, der zur TG Westhofen gewechselt ist. Im ersten Spiel am Samstag in Mauchenheim werden darüber hinaus die Langzeitverletzten David Brasse und Stephan Hollerbach fehlen. "Dort gibt es keinen Schönheitspreis zu gewinnen", weiß Pollok. Aber Punkte. Motivation unnötig Die wollen die Mauchenheimer auch, selbst wenn am Samstag Gerrit Butz (krank) und der dienstlich verhinderte Jens Laick fehlen werden. "Wir haben daheim - bis auf wenige Aussetzer - ganz ordentlich gespielt", erinnert sich Tino Loechelt an die Heimauftritte. Und was dieses Spiel betrifft, "brauche ich von der Motivation her nichts zu machen." Nur sechs Punkte Abstand bestehen zwischen den achtplatzierten Mauchenheimern und der SG Wiesbachtal. Bei einem Heimsieg sind die Schwarz-Weißen sogar wieder im Geschäft. Dass der Test zuletzt beim TSV Zornheim in der letzten Minute 2:3 verloren wurde, beeindruckt Loechelt wenig. "Wir haben da ganz gut gespielt." Wie weit die Mauchenheimer sind, soll der Gast zu spüren bekommen. Zeitgleich wird in Wonsheim das zweite Alzeyer Derby dieses Spieltags angepfiffen. Der TSV empfängt den TuS Wöllstein. Während Wöllsteins Coach Mario Spreitzer von einer "katastrophalen Vorbereitung" spricht, ist sein Wöllsteiner Kollege Christian Stelzel geradezu begeistert von der Winterzeit: "Ich bin sehr zufrieden, weil wir schon am 3. Januar angefangen haben und viel auf den Platz konnten, als das Wetter noch nicht so schlecht war." Die Wöllsteiner haben sich das Ziel gesetzt, "mindestens den zweiten Platz zu halten". Sehr hilfreich dabei: Wie bereits gemeldet hat sich Uwe Ebling vom TV Lonsheim dem TuS angeschlossen, so dass das Fehlen von Tobias Knuff (aus Studiengründen bis Mai in den USA) leichter verkraftet werden kann. Und: "Die Jungs haben gut mitgezogen", so Stelzel. Motiviert waren die Wonsheimer Kicker auch, doch immer nur durch den Ort rennen, geht auf die Dauer jedem Kicker auf den Geist. Weil auf dem Platz fast kein Training möglich war, war Spreitzer um so überraschter, dass es im letzten Test gegen Dietersheim bereits so gut lief. Beim 4:1-Sieg hatten Danny Kuhs (2), Konstantin Hoppe und Thorsten Jahn getroffen. "Wenn wir gewinnen, sind wir nur noch drei Punkte hinter Wonsheim", rechnet Spreitzer vor. Wöllstein sollte gewarnt sein. TSV vor Pflichtsieg? Um in der Spitzengruppe zu bleiben, hat der TSV Schornsheim gleich einen Pflichtsieg einzufahren. Zwar ist laut Trainer Dirk Willems die Vorbereitung "schleppend verlaufen", doch im Heimspiel gegen den VfL Gundersheim sollten sich die Gastgeber keine Blöße geben, auch wenn Patrick Lelaona (Urlaub) und der an der Leiste operierte Martin Walldorf fehlen. "Wir haben unser erstes Ziel, nämlich im Winter einen gesicherten Platz einzunehmen, erreicht. Deshalb können wir befreit aufspielen", sagt Willems. Der letzte Test gegen Klein-Winternheim (3:1) verlief obendrein so überzeugend, dass Willems optimistisch den kommenden Aufgaben entgegensieht. Recht optimistisch sieht auch Guido Daniel der Auswärtsaufgabe beim TuS Weinsheim entgegen. Der Trainer der Lonsheimer Reserve will die Früchte einer recht guten Vorbereitung einfahren, auch wenn alle geplanten Testspiele ausgefallen sind. "Wir haben gut trainiert, es waren immer zwischen 14 und 22 Spieler da, das war schon in Ordnung", so der Lonsheimer. Dass die Beteiligung so gut war, lag auch an den Winterzugängen Oliver Moodt und Paul Wenniger (beide FV Flonheim) sowie Jochen Lind (RWO Alzey), die fortan für den TVL auflaufen können. "Wir müssen gleich für Punkte sorgen, damit wir nicht noch unter Zugzwang geraten", fordert Daniel. Gleich punkten - das wäre auch im Sinne von Biebelnheims Trainer Ralf Weick. Der wäre zwar mit der Vorbereitung zufrieden, wenn nicht vier seiner Leistungsträger erst ganz zuletzt aufgrund von Schichtdienst oder Verletzungen mit dem Training angefangen hätten. 17 Trainingseinheiten haben die Biebelnheimer insgesamt absolviert einschließlich des Trainingslagers auf dem Donnersberg. Aber Weick will sich nicht blenden lassen. "Mir wäre es fast lieber, wir würden erst in einer Woche spielen." In Biebelnheim ginge jedenfalls nichts - aber schließlich muss der TuS in Eich ran. Gelassenheit bei Anadolu Die Gelassenheit selbst ist dagegen Adlan Cekic, Trainer von Anadolu Spor: "Wir haben nicht viel Training gemacht", sagt Cekic, "das Wetter war ja viel zu schlecht. Viermal Training und ein Testspiel, das muss reichen für Sonntag gegen Hamm."

