Der überragende Gegner ist die Uhr
24.08.2010 - WÖRRSTADT
Von Heiko Wingert
RHEINHESSEN-TRIATHLON Kai Rothenmeyer aus Flonheim wird in Wörrstadt Zehnter / Was zählt, ist Zeit
Triathlon ist faszinierend. Jahr für Jahr zeigt sich das in den Starterzahlen des Rheinhessen-Festivals. Auch am zurückliegenden Wochenenden waren über 100 Sportler unterwegs. Einer von ihnen: Der Flonheimer Kai Rothenmeyer.
Am Ende wurde der 30-Jährige Zehnter im Olympischen Triathlon. Die Platzierung an sich war für den Ausdauersportler zweitrangig. Sein Augenmerk galt der Zeit. 2 Stunden und 10 Minuten hatte er fürs 1,5-km-Schwimmen, die 40 Kilometer weite Radstrecke und den abschließenden 10-km-Lauf benötigt. So schnell war er in Wörrstadt noch nie.
Für Rothenmeyer war das Rheinhessen-Festival der dritte Triathlon dieser Saison. Beim Ersten in Gemünden war er noch schneller als jetzt in Wörrstadt. Nach knapp über zwei Stunden war er im Ziel. Vergleichbar seien die beiden Zeiten jedoch nur schwer, betont der Athlet des Commerzbank-Triathlon-Teams: „In Gemünden hatten wir nach dem Schwimmen eine längere Pause, in der ich mich erholen konnte. Daher ist diese Zeit nicht so aussagekräftig”. Ähnlich verhält es sich mit dem Rennen in Rüdesheim. Dort war der Ausdauersportler etwa 2:20 Stunden unterwegs. Dass nicht im Freibad, sondern im Hafenbecken mit Gegenströmung geschwommen wurde, machte sich ebenso bemerkbar wie die extrem hügelige Fahrradstrecke.
Auch das Schwimmen im neuen Neubornbad hatte seine Tücke, auf die der Laie niemals käme: „Bei den Bahnen von nur 25 Metern musste ich mich richtig konzentrieren, damit ich mich nicht verzähle” schilderte Rothenmeyer seine größte Schwierigkeit.
Um gute Resultate erzielen zu können, trainiert Rothenmeyer vier- bis sechsmal die Woche jeweils eins bis zwei Stunden. Dabei setzt er nicht auf ein Koppeltraining, sondern übt jeweils nur eine Sportart am Tag aus: „Die Abwechslung ist das Schöne am Triathlon. Wenn ich zum Beispiel mehrere Tage nicht gelaufen bin, habe ich einfach riesig Lust darauf.”
Im Vorjahr war er Sportler noch auf der Sprintstrecke unterwegs, bei der jeweils die Hälfte der Einzelstrecken zurückgelegt werden muss. In diesem Jahr meisterte er erstmals die volle olympische Triathlondistanz von einem Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometern Laufen.
Die Begeisterung für die drei Disziplinen wurde gelegt, als er als Kind erstmals den Ironman von Hawaii im Fernsehen verfolgte. Selbst war Rothenmeyer zu diesem Zeitpunkt aber noch recht unsportlich. Erst mit 17 Jahren startete er, um sein Leben gesünder zu gestalten, mit dem Lauftraining. Mit 22 Jahren erwarb er sein Rennrad und merkte danach, dass er selbst den Triathlon ausüben kann.

