Die nächsten zwei Wochen: Texte lernen und Fastnachtslieder singen
21.02.2011 - REGION
Von Sylvia Rathjen
Nichts gegen die Höhner. Aber wenn es um Fastnacht geht, werde ich gerade zu patriotisch – zumindest was meinen Musikgeschmack betrifft. Ich möchte „Viva Colonia“ einfach nicht mitsingen. Viel lieber sind mir da die „eigenen“ regionalen Fastnachtshits, am allerliebsten die fürchterlich altmodischen Lieder. Deswegen habe ich mir vorgenommen, noch einmal Texte zu üben – und das empfehle ich Ihnen auch.
Üben Sie fleißig, denn in den nächsten zwei Wochen wird es – im Saal un uff de Gass – immer wieder passieren, dass einer der folgenden Fastnachts-Evergreens angestimmt wird. Meine ganz persönlichen Top 3 sind:
1. Ernst Neger: Das Humbta Täterä (Sehr einfach und überall einsetzbar, aber nicht zu verwechseln mit „Tetere Tetere Tetere“ von den Mainzer Hofsängern)
Man hört so oft, die Blasmusik ist heut nicht mehr modern,
Und trotzdem hört man sie halt immer wieder gern,
Denn überall, wo Blechmusik erklingt, ihr lieben Leut,
Ja da ist Jubel Trubel Heiterkeit.
Ja da geht's humbta, humbta, humbta, täterä, täterä, täterä
Ja da geht's humbta, humbta, humbta, täterä
Da ruft der ganzen Saal: „Dasselbe noch einmal“
Und schießt bei uns der Sportverein am Sonntag mal ein Tor
Steht alles uff’m Kopf, denn das kommt selten vor
Dann geht es mit Hipp-Hipp-Hurra ins Dorf vom Fußballplatz
Denn im Vereinslokal gibt’s dann Rabatz.
2. Mainzer Hofsänger: Olé olé fiesta (Sehr einfacher Refrain. Bei den Strophen wird es dann schon etwas komplizierter)
Philippe kam aus Mexiko nach Mainz am schönen Rhein
dort lud man ihn zum Karneval an einem Abend ein
er tanzte, küsste ungeniert ein echtes Mainzer Kind
da merkte er wie feurig hier die Senoritas sind
viel toller wie Zuhaus – "Caramba" rief er raus
Olé olé Fiesta, Fiesta hier am Rhein
kann genauso schön, kann genauso schön wie am Rio Grande sein
kann genauso schön kann genauso schön wie am Rio Grande sein
Der Vino schmeckte ihm so gut, die Maid hieß Adelheit
Es war zwar keine Sommernacht, denn draußen hat‘s geschneit
Doch davon hat er nichts gespürt als er sie heimgebracht,
Er rief „Komm mit nach Mexiko“ doch sie hat nur gelacht
Sie sagte: „Ich bleib hier. Amigo, glaube mir“
Olé olé…
Er blieb bei ihr in Mainz am Rhein, sie wurde seine Frau
es stellten sich die niños ein: sechs Kinder ganz genau
und jedes Jahr zum Karneval wenn’s draußen wieder schneit
dann singt Philippes Kinderschar mit ihm und Adelheit
sie singen diese Lied Caramba mit Gemüt
3. Margit Sponheimer: Hockerlied (Die hohe Kunst des Fastnachtsliedes, wenn Sie das mitsingen, werden Sie Ihre Sitzungs-Tischnachbarn vermutlich schwer beeindrucken)
Heut gehen mer wieder gar net mehr gar net mehr gar net mehr
Heut gehen mer wieder gar net mehr gar net mehr gar net mehr hoaam
Bis die Alt Pannekuche backt und keee schepp Schnut mehr macht
Heut gehen mer wieder gar net mehr gar net mehr gar net mehr hoaam
Ei wer hockt denn da unne du bist von de Socke
Ei da hocke ja die, die wo immer da hocke
Und die bleibe auch hocke des is ganz gewiss
Denn wer allzu früh hääm geht kriegt immer sei Schmiss
Heut gehen mer wieder gar net mehr…
Haben wir fremde Leut in der Runde gesehen
Dann wird so lang gesungen bis die uns verstehen
Alle rheinischen Lieder die wern übersetzt
Und das schönste von allen das singen mir jetzt
Haben Sie auch einen Tipp? Was sind denn Ihre liebsten närrischen Hits? Und die ebenso wichtige Frage: Wie wird man diese Ohrwürmer wieder los?

