Kinderklinik testet neue Sonargeräte
03.12.2011 - WORMS
Von Johannes Götzen
Der kleine Lasse ist zuerst gar nicht einverstanden und tut das auch lautstark kund. Doch schnell hat die Mama ihn beruhigt und dann kommt ja auch noch der Fotograf. Dessen glänzendes Objektiv fasziniert den Kleinen so sehr, dass er glatt vergisst, sich über den kalten Ultraschall-Kopf auf seinem Bäuchlein zu ärgern. Den bewegt Dr. Catharina Schneider routiniert und sanft hin und her, so dass auf dem Monitor gut der obere Mageneingang zu sehen ist. Jedenfalls für Fachleute, und von denen sind gerade deutlich mehr als sonst üblich in dem kleinen Untersuchungsraum in der Kinderklinik des Klinikums.
Die Ärzte staunen nicht schlecht über das, was sie hier sehen. Zum Glück nicht, weil der kleine Lasse ihnen Ungewöhnliches bieten würde, sondern weil die Bilder so scharf und detailreich sind. Die Kinderklinik hat in diesen Tagen nämlich die Chance, neue Geräte jeweils für zwei Tage zu testen. „Das integrieren wir in unseren Alltag“, sagt Dr. Ulrich Seidel. Es sind also „echte“ Patienten, die Bilder werden auch archiviert für die weitere Behandlung. Zum einen können die Ärzte damit feststellen, ob das Gerät ihren Ansprüchen im medizinischen Alltag genügt, zum anderen geht dadurch nicht zu viel Zeit verloren.
Vier Sonar-Apparate stehen in der engeren Wahl
Aufwändig ist die „Probestellung“ durchaus. Schließlich sollen mit Chefarzt Professor Heino Skopnik und den Oberärzten möglichst viele weitere Ärzte die Geräte sehen und ausprobieren können. „Wir geben uns hier gerade die Schallköpfe von Hand zu Hand“, schmunzelt Dr. Seidel. Dann zeigt er mit dem Finger auf eine Stelle der „Fotos“, die er mit dem neuen Gerät gemacht hat. „Dort ist die Darmwandschichtung gut zu sehen“, erläutert er, und zeigt dann auf ein Bild vom „alten“ Sonargerät. Selbst der Laie erkennt sofort den himmelweiten Unterschied: Es ist nämlich deutlich weniger zu erkennen. „Quantensprung“ sagen sie immer wieder, wenn sie zehn Jahre alte Geräte mit modernen vergleichen.
So alt ist das Ultraschallgerät gerade, das nun ersetzt werden soll. Deshalb war Dr. Seidel mit Kollegen in Düsseldorf auf der Messe „Medica“, hat dort gezielt Geräte von vier Herstellern begutachtet und mit den Firmen dann vereinbart, dass sie jeweils für zwei Tage zu der „Probestellung“ auf die Herrnsheimer Höhe kommen. Viel Aufwand für die Unternehmen, allerdings auch keine einfache Entscheidung fürs Klinikum: Immerhin rechnen sie mit Kosten zwischen 80 000 und 100 000 Euro. Dazu will die WZ-Aktion „Leser helfen“ einen Beitrag leisten.

