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Technik bringt Erleichterung

31.12.2010 - VG NIERSTEIN-OPPENHEIM

Von Bergund Hilgers

KIKAM Auch Trainings- und Simulationsgeräte müssen auf der Kinderintensivstation auf dem neuesten Stand sein

In einem Isolierzimmer am Ende des Gangs der Kinderintensivstation der Mainzer Uniklinik liegt Aylin (1) aus Tübingen. Sie leidet an einer seltenen, angeborenen Stoffwechselerkrankung, die sich überwiegend in der Muskulatur bemerkbar macht. Außerdem hat sie sich eine Infektion zugezogen, die ihren Gesundheitszustand weiter verschlechtert. Um ihr das Atmen zu erleichtern, ist sie über eine Sonde in der Nase an ein neuartiges Beatmungsgerät angeschlossen, das eine für den Patienten sehr schonende Beatmungsunterstützung bietet.

Kompetenz für Notfälle vermitteln

„Das ist ein sehr sensibles System, das genau dann die Atmung unterstützt, wenn der Patient es braucht“, erklärt Oberarzt Ralf Huth. Andere Geräte hingegen würden ihrerseits den Atemrhythmus vorgeben, an den sich der Patient anpassen müsse, ergänzt der Arzt. Das bei Aylin eingesetzte System ist eine Erweiterung der vorhandenen Beatmungsgeräte, die seit etwa zwei Monaten auf dem Markt ist. Auf der Kinderintensivstation sind derzeit drei dieser Erweiterungen zur Probestellung eingesetzt. „Die Probe hat sich schon bewährt, daher sollen die drei Systeme fest angeschafft werden“, sagt Huth. Die Kosten für die Erweiterung eines Geräts liegen bei rund 5 000 Euro.

Auch in der Aus- und Weiterbildung des medizinischen Fachpersonals spielt die Anschaffung moderner Trainings- und Simulationsgeräte eine große Rolle. Sowohl bei den erfahrenen und den jungen Ärzten als auch beim Pflegepersonal sitzt jeder Handgriff. Um dies nachhaltig zu gewährleisten, werden auf der Station unter anderem Trainingssituationen mit „Debriefings“ durchgeführt. „Wir simulieren und trainieren Notfallsituationen und analysieren danach, was optimiert werden kann, um die Arbeitsabläufe zu verbessern,“ erklärt Ralf Huth. Mainz gilt zudem als eines der Ausbildungszentren des Deutschen Rats für Wiederbelebung im Kindesalter, in denen auch Reanimationskurse sowohl für medizinisches Fachpersonal als auch für Laien stattfinden. Die Wiederbelebungskurse sind mehrstufig aufgebaut und reichen vom Basiskurs für Wiederbelebungsmaßnahmen über weiterführende Kurse für Fachpersonal, in welchen unter anderem die Anwendung eines Defibrillators sowie Maßnahmen der weiterführenden Reanimation integriert sind. Es wird an verschieden großen Übungspuppen in Säuglings- oder Kleinkindgröße unterrichtet. „Für den Basiskurs haben wir aufblasbare Plastikpuppen, an denen man Beatmung und Herzdruckmassage trainieren kann“, erklärt Ralf Huth. Für weiterführende Trainings für Fachpersonal wird die Ausrüstung dann ergänzt durch größere Puppen, an denen zum Beispiel die Option für das Trainieren einer Intubierung gegeben ist. Und bei der Einheit für die Intensivstation umfasst die Trainingsausrüstung sowohl eine Puppe als auch einen Monitor sowie komplexe Elektronik und Vorrichtungen für die Simulation verschiedener Szenarien. Die Kosten für die Simulationsausstattung reichen von etwa 30 Euro für eine einfache Puppe bis hin zu 45 000 Euro für die voll ausgestattete Puppe mit Elektronik, Monitor und Notebook. „Ob ein schwer verletztes Kind ohne gravierende Schäden überlebt, hängt entscheidend vom schnellen und richtigen Handeln des Ersthelfers ab,“ sagt Ralf Huth, dem die Vermittlung der Handlungskompetenz bei der Wiederbelebung von Kindern sehr am Herzen liegt.

Ein besonders sensibles Gerät unterstützt die Atmung der kleinen Aylin, wann sie es braucht.	Foto: hbz/Michael Bahr

Ein besonders sensibles Gerät unterstützt die Atmung der kleinen Aylin, wann sie es braucht. Foto: hbz/Michael BahrVergrößern

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