Lufthansa: Keine unzulässige Werbung für Pro-Flughafen-Demo in Frankfurt
23.02.2012 - FRANKFURT
Von Karl Schlieker
Rund 5.000 Flughafenbefürworter werden am 1. März zu einer Kundgebung auf dem Frankfurter Römerberg erwartet, um dem unter Druck stehenden Flughafenbetreiber Fraport in der Fluglärmdiskussion den Rücken zu stärken. Dies geht aus der Anmeldung der Demonstration beim Ordnungsamt in Frankfurt hervor, wie dessen Sprecher Ralph Rohr gestern auf Anfrage berichtete.
Fraport, Lufthansa und Condor haben sich zu der Initiative „Ja zu Fra“ zusammengeschlossen, um die wirtschaftliche Bedeutung des Luftfahrtdrehkreuzes zu unterstreichen. „Wir gehen davon aus, dass der Römerberg gut gefüllt sein wird“, sagte der Leiter der Fraport-Unternehmenskommunikation, Jürgen Harrer, in Frankfurt, ohne eine Zahl zu nennen. Die Kosten der Initiative würden zwischen den beteiligten Häusern aufgeteilt, sagte er, ohne die Summe zu beziffern.
Teilnahme ist freiwillig
Die Teilnahme an der Kundgebung am nächsten Donnerstag um 16 Uhr im Herzen Frankfurts sei für alle Arbeitnehmer absolut freiwillig und finde in deren Freizeit statt, versicherten Fraport und Lufthansa (LH) unisono. „Das wird niemand kontrollieren“, betonte ein LH-Sprecher.
Den Vorwurf des Missbrauchs persönlicher Daten bei der Werbung für die Kundgebung weisen Lufthansa und Fraport gleichzeitig zurück. „Wir verwenden ausschließlich frei zugängliche Adressen“, betonte Harrer. Die Lufthansa hat nach eigenen Angaben ausschließlich Vielflieger angeschrieben, die regelmäßig mit der Fluglinie unterwegs seien und dem Versand von Kundenmailings zugestimmt hätten. Ein Zusammenhang mit einer aktuellen Flugbuchung sei rein zufällig, so der LH-Sprecher.
Beschwerden von Adressaten
Bei den Initiativen gegen den Fluglärm hatten sich nach deren Angaben mehrere Betroffene über die an sie adressierte Werbung für die „Ja zu Fra“-Kundgebung beschwert. Die Kunden hätten ihre persönlichen Daten ausschließlich zur Abwicklung eines Geschäfts zur Verfügung gestellt, nicht aber für die Mobilisierung der Initiative, hieß es. Eine Zahl korrigierte die Lufthansa unterdessen auf Anfrage. Der in dem Werbemailing ihres Vorstandschefs Christoph Franz genannte Arbeitsplatzeffekt von 14.000 neuen Stellen bis zum Jahr 2020 sei zu niedrig angesetzt worden. Die Fluglärmgegner hatten bereits von einer „Erosion der Arbeitsplatzversprechen“ gesprochen.
Die Kritik an der PR-Agentur Burson-Marsteller kann die Lufthansa dagegen nicht nachvollziehen. Die Frankfurter Agentur unterstütze die Initiative lediglich logistisch. Fluglärmgegner hatten die Arbeit der US-Mutter mit der argentinischen Militärjunta in der Vergangenheit kritisiert.

