Von Manfred Petzholdt
Die Hilfsbereitschaft war überwältigend, denn als am Mittwoch kurz vor 17 Uhr das Gymnasium öffnete, strömten die Menschen der Region geradezu in die Aula. Dort hatte die Deutsche Stammzellenspenderdatei Rhein-Main des Deutschen Roten Kreuzes mit vielen ehrenamtlichen Helfern alles für die Typisierungsaktion vorbereitet.
Begeistert war Dr. Jörg Maschtowski, der diese Hilfsaktion für den kleinen fünfjährigen Fynn Schiebeler organisiert hatte.
Der kleine Fynn aus Mainz-Kostheim ist an einer seltenen Art der Leukämie erkrankt, eine Chemotherapie kann ihm nur bedingt und nicht dauerhaft helfen. Um zu überleben, braucht Fynn einen Stammzellenspender, um den zu finden, wurden auch in Bad Sobernheim eine Typisierungsaktion durchgeführt. Unter dem Motto „Leben schenken – Stammzellen spenden“, stand die Hilfsaktion im Gymnasium.
Lichtblick für Fynn
Im Eingangsbereich ein Tisch mit Kerzen, Mainzer Kinder hatten die Kerzen bunt verziert. „Ein Lichtblick für Fynn“, hatten die Kinder dazu auf ein Plakat gemalt. Für eine Geldspende übergab Claudia Reiff gerne Kerzen an die freiwilligen Spender. Neben fünf Ärzten aus der Felkestadt waren über zwanzig Arzthelferinnen gekommen, um mitzuhelfen. Sabine Weber und Marieluise Merker hatten den Aufruf in unserer Zeitung gelesen und entschlossen sich ganz spontan mitzuhelfen. So auch Monika Jung und Sybille Ullrich, zwei Krankenschwestern aus der Kreuznacher Diakonie, die gerne halfen.
Trotz des ernsten Hintergrundes wurde auch gescherzt. Etwa als Tommy Weyand kam, da rief Simone Ahrenz ganz spontan: „Tommy, komm’, ich steche Dich, Du wirst wohl der Erste sein, der hier umfällt.“ „Die Ärzte trauen uns wohl nicht“, scherzte eine Arzthelferin, als Dr. Becker und Kinderarzt Schütt sich gegenseitig Blut abnahmen.
Zehn Milliliter Blut
Eine der jüngsten Spenderinnen war Jünasti Dilan, gerade achtzehn Jahre geworden, hatte sie ihren Papa Servet überredet, doch mitzugehen, beide spendeten die zehn Milliliter Blut für den Labortest. Auch ein Mainzer war unter den Spendern, der 28-jährige Daniel Schrei hatte aus beruflichen Gründen den Termin in Mainz verpasst, deshalb fuhr er nach Bad Sobernheim, um hier sein Blut für eine gute Sache zu spenden.
Eine geringe Menge Blut wird den freiwilligen Spendern entnommen und anschließend im Labor getestet. Alle Spender erhielten einen Knochenmarkspender-Ausweis und sind in der Datei des Deutschen Roten Kreuzes aufgenommen. Wenn Spender für den kleinen Fynn nicht passend sind, kann es jedoch sein, dass einem anderen Menschen geholfen werden kann, das kann das Ergebnis der Laborteste erbringen.
Doch alle hoffen, dass Fynn Schiebeler Glück hat und ein passender Spender gefunden wird, das würde für den kleinen Handballer das Leben bedeuten.
Über vierhundert Menschen der Region kamen zur Typisierungsaktion.


