Montag, 13. Februar 2012 07:29 Uhr
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Allgemeine Zeitung

 

Ort der Ruhe statt Militärboote

27.04.2009 - WIESBADEN

Von Christine Dressler

SkulpturenKunstmole im Schiersteiner Hafen eröffnete erste Ausstellung mit drei Bildhauern des BBK

Die Kunstmole im Hafen ist eröffnet. Darauf hatten mehr als 100 Schiersteiner und Kunstfreunde aus der Umgebung gespannt gewartet. Alle bestaunten die Mole mit Reling, 19 Betonsockeln und der ersten Ausstellung vom Wiesbadener Berufsverband Bildender Künstler (BBK). In je zwei Werken setzen sich die Bildhauer und BBK-Mitglieder Kirsten Herold (40), Theresia Hebenstreit (59) und Wolf Spemann (77) auf unterschiedlichste Art mit dem Thema "Mensch" auseinander. Zu sehen ist die Schau bis 4. Oktober täglich von 9 bis 21 Uhr.

Acht Sponsoren bisherOrtsringvorsitzender Dieter Bender und Ortsvorsteher Dieter Horschler strahlten: Jörg Höhler vom benachbarten Gaswerkverband als einem der bisher acht Sponsoren neben Ortsring und Ortsbeirat übergab ihnen noch einen Scheck über 5000 Euro zur weiteren Gestaltung der Mole. Das Geld fließe in die Postamente, da die 17 000 Euro noch nicht komplett bezahlt seien, so Bender. Bis jetzt habe die Gestaltung knapp 50 000 Euro gekostet, ergänzte Horschler. Für eine Stahlkonstruktion als Bühnendach mit Sonnensegel und Ergänzungen wie ein Geländer hinter der Bühne werden weitere 20 000 Euro benötigt.

Horschler informierte über die Geschichte der 460-Quadratmeter-Mole. Sie wurde um 1950 von der amerikanischen Besatzungsmacht errichtet, als sie den damals freien Uferstreifen des Osthafens als Liegeplatz für ihre Landungsboote ausbaute. Im April 2006 verpachtete die Stadt die Mole an den Ortsring. Zuvor hatte sie die Mole auf Drängen des Ortsbeirats vom Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen angepachtet. Initiatoren, Künstler, Besucher und BBK-Vorsitzende Renate Reifert waren sich einig: eine gute Idee, die Mole vom militärischen Landungssteg zum Ort der Begegnung, Ruhe und Kunst zu machen.

Drei GenerationenDer Ausstellungsreigen startete mit jeweils zwei Werken der Bildhauer. Reifert führte in die seit Sommer 2008 entwickelte Ausstellung der Künstler aus drei Generationen ein, die auch die Vielfalt der fast 90 Wiesbadener im BBK widerspiegelt. Spemann und Herold zeigen (über-)lebensgroße Werke: er stark abstrahierte, sie realistische. Wie Frau und Schwan in seiner Epoxidharz-Schwimmplastik "Leda" verschmilzt Spemann im "Hermenpaar" aus Eiche Mann und Frau, Antike und Gegenwart, Geisterwelt und Realität. Kühl auf sich selbst konzentriert sind Herolds weißer Gips-"Banker" und die "Etruskerin" aus grauem Vulkanstein. In zwei Gruppen aus je 29 Terrakotta-Akten präsentieren sich dagegen Hebenstreits extrovertierte, füllige Urmütter aus ihrem bis China gereisten Projekt "1001 nackt".

Wolf Spemanns Skulptur "Hermenpaar" aus Eiche. wita/Müller


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