Teamarbeit und Raffinesse punkten - Grill-Cup macht Rheinufer zur Gourmet-Küche
04.09.2010 - HEIDENFAHRT
Von Janina Plato
Die Grillkohle raucht, das Wasser plätschert, die Enten schnattern und ein herrlicher Bratenduft zieht durch die Luft – am Heidenfahrter Rheinufer gab es am Freitagabend Idylle pur zum Genießen. Ganz stressfrei war es dann aber doch nicht.
Während die Sonne langsam unterging, kämpften sechs Teams in der Fernseh-Live-Sendung der Landesschau Rheinland-Pfalz des Südwestrundfunks um den Titel des Grill-Königs. Mit dabei beim ersten Grill-Cup war – neben mehreren hundert Zuschauern am Rhein – auch Familie Simon aus Mainz-Mombach, die für die Allgemeine Zeitung und die Wormser Zeitung als Medienpartner an den Start ging.
Familie unterstützt Papa am Grill
„Wir machen Rindfleisch-Souflaki mit Zucchini und Folienkartoffeln mit Kräuterquark“, verriet Vater Ingo kurz vor Sendungsbeginn und wendete eifrig die ersten Fleischstücke. Die aromatische Marinade und der reichhaltige Quark waren das Werk seiner Frau Bettina, die ihrem Mann beim großen Event natürlich helfend unter die Arme griff. Zur Unterstützung mitgekommen waren außerdem Tochter Lea-Marie und Sohn Luca sowie Großeltern und Freunde.
„Das ist ein echtes Familienteam, was ich total super finde“, lobte der Mainzer Spitzenkoch Frank Buchholz, der gemeinsam mit den beiden Moderatoren Martin Seidler und Jens Hübschen die schwierige Rolle der Jury übernahm. Einfallsreiche Ideen gab es nämlich mehr als genug. Gleich neben Familie Simon hatten beispielsweise Stephan Girst und Andreas Weber ihren Grill aufgebaut. Das Team aus dem hessischen Flörsheim fuhr mit einer Menükarte und passenden Weinen zum mit Chorizo-Wurst, Sellerie und Käse gespickten Rinderbraten schweres Geschütz auf.
Selbstgebaute Grills und bodenständige Brutzler
„Bei uns ist Grillen eher bodenständig“, erklärte Bettina Simon mit einem anerkennenden Blick auf die Roste der anderen Kandidaten. Fast jedes Wochenende brutzeln Lammrücken, Hähnchen und Co. bei der vierköpfigen Familie in der Freiluft-Küche. Und auch im Winter scheut sich der 42-jährige Schlosser nicht, die Grillzange in die Hand zu nehmen. „Schnee macht nichts, nur Regen muss nicht sein“, erklärte der gebürtige Heidesheimer.
Besondere Anerkennung während der Live-Sendung fand vor allem sein selbstgebauter Grill. Bei dem an eine Lokomotive mit Kamin erinnernden schwarzen Wunderwerk handelt es sich um einen Barbecue-Smoker, also einen Grill mit separater Feuerbox. „So gelangen keine krebserregenden Stoffe in das Fleisch und das Fett tropft nicht direkt in das Feuer“, beschrieb Simon die Vorzüge. Gesehen hat er ein solches Modell erstmals als Gast bei der Grill-WM vor einigen Jahren in Primasens. Gemeinsam mit seinem Chef und einem Kollegen hat er das besondere Bratgerät dann nachgebaut.
Zutaten von Champagner bis Blätterteig
Bei so viel Kreativität und Eigeninitiative staunte auch Frank Buchholz. „Die Kandidaten haben sich einiges einfallen lassen, was ich teilweise auch sehr interessant finde“, erzählte der Profikoch. Von Räucherspänen über Kerntemperaturfühler bis hin zu asiatischen Grillvariationen und einem mitgebrachten Barock-Tisch war alles vertreten.
Vier Zutaten waren jedoch bei allen Kandidaten gleich: Rindfleisch, Kräuter, mindestens eine Gemüsesorte und Kartoffeln. Die mitgebrachten Sachen reichten jedoch zusätzlich von Champagner über Blumensträuße, Pesto und Blätterteig bis hin zu Sardellen, Kapern und Ananas. Nach gut einer Stunde wurde es dann richtig ernst – schließlich sollte noch während der Sendung der Grill-König gekürt werden. „Wir sind schon etwas aufgeregt“, gestanden die AZ-Griller, bevor sie liebevoll den Teller für die Jury anrichteten. Am Ende freute sich aber ein anderer über den Titel. Karl-Roland Ziellenbach aus dem rheinland-pfälzischen Oberschlettenbach überzeugte die Jury mit einem gefüllten und mit Kräutern ummantelten Rinderfilet.

