Seite an Seite gegen Hass
27.02.2010 - MAINZ
Von Dennis Rink
EHRUNG Walter Zuber und Wormser Realschule erhalten Jakob-Steffan-Preis
Der ehemalige rheinland-pfälzische Innenminister Walter Zuber ist der erste Träger des Jakob-Steffan-Preises gegen Rechtsextremismus und für eine starke Demokratie, den der Verein "Rheinhessen gegen Rechts" in diesem Jahr erstmals verliehen hat. Den Preis für Jugend- und Schülergruppen, die sich im Bereich Rechtsextremismus und für eine starke Demokratie betätigt haben, erhielt die letztjährige Klasse 10a der Westend-Realschule Worms.
"Der Kampf gegen Nationalismus, Faschismus und Rechtsextremismus ist leider nicht immer ganz selbstverständlich", sagte Tabea Rößner, Vorstandsmitglied des Vereins "Rheinhessen gegen Rechts", bei der Preisverleihung im Polizeipräsidium Mainz. "Aus diesem Grund müssen alle gesellschaftlichen Gruppen Seite an Seite gegen Gewalt und Hass kämpfen." Auch Ministerpräsident Kurt Beck betonte, dass es wichtig sei, die in der Vergangenheit erlangte Freiheit und Demokratie zu verteidigen. "Ich denke nicht, dass unsere Demokratie in Gefahr ist, ich denke aber, dass wir in der Gefahr schweben, dass wir uns vor den Opfern des Nationalsozialismus schämen müssen, weil wir dulden", sagte Beck.
In seiner Laudatio lobte der Bundestagsabgeordnete Michael Hartmann Walter Zuber als Menschen, der "immer bemüht war, dort Widerstand zu leisten, wo rechtes Gedankengut aufgetaucht ist." Er habe stets die Grundhaltung an den Tag gelegt, jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist. "Walter Zuber ist ein freiheitlich denkender Mensch, der sich um unser Gemeinwesen sehr verdient gemacht hat. Deshalb ist er ein würdiger erster Preisträger", sagte Hartmann. Für ihre Wanderausstellung "Verschleppt!, vergast!, vergessen?" erhielt die letztjährige Klasse 10a der Westend-Realschule Worms den Jugendpreis. Unter der Leitung der Lehrerinnen Natascha Klumpp und Isabella Sowka setzten sich die Schülerinnen und Schüler außerhalb des Unterrichts intensiv mit der Geschichte der NS-Zeit auseinander. "Sie haben die Vergangenheit transparenter gemacht und ein ehrliches Interesse an diesem Thema gezeigt. Diese Ausstellung ist ein gutes Beispiel für jugendliche Prävention und Information", sagte Polizeipräsident Karl-Heinz Weber. "Die Schüler haben somit einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung dieser Zeit geleistet." In der Ausstellung wird mit den Sinti und Roma sowie der jüdischen Bevölkerung an die beiden größten Opfergruppen gedacht. Auf verschiedenen Bannern schilderten die Schülerinnen und Schüler die Schicksale der Opfer. "Es war uns wichtig, dass wir Persönlichkeiten aus Worms, an die sich die Leute noch erinnern können, einen Namen und ein Gesicht geben", schilderte Lehrerin Natascha Klumpp. "Denn das Nicht-Vergessen ist wichtig, wenn man gegen Rechtsextremismus arbeiten möchte. Man muss dort ansetzen, wo auch die Rechtsradikalen ansetzen - bei der Jugend."

