Medizin braucht Innovation
27.10.2012 - MAINZ
Von Ralf Keinath
TRANSFERCAFE IHK bringt Wissenschaftler und mittelständische Unternehmen zusammen
„Wir wollen Brücken schlagen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft“, erklärt Günter Jertz, der Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Rheinhessen, die Hauptaufgabe des „Transfercafés“. Das Forum wurde im vergangenen Jahr ins Leben gerufen, als Mainz die „Stadt der Wissenschaft“ gewesen ist. „Auf diesem erfolgreichen Label wollen wir aufbauen“, so Jertz weiter. Im Transfercafé begegnen sich Mainzer Wissenschaftler und kleine und mittlere Unternehmen - und im Idealfall kommt es zu Kooperationen. Vor allem innovative Forschungsprojekte sollen gefördert werden.
Wo Wirtschaft helfen kann
Zur Wiederauflage der Kommunikationsplattform konnten die Unternehmer zwei konkrete Projekte aus der dem Bereich der Gesundheitswirtschaft kennenlernen. Dr. Özlem Türeci referierte über die Entwicklung innovativer Krebstherapien und welche Hürden sich dieser in den Weg stellt. Dabei gehe es vor allem um den Technologietransfer und die Finanzierung der Therapien. An diesen Punkten kann die Wirtschaft konkret helfen. Für individualisierte Medizin brauche es Innovation, denn: „Wer neue Wege geht, muss ohne Wegweiser auskommen“, schloss Dr. Türeci ihren Vortrag ab.
Beitrag für die Region
Professor König erklärte anschließend in seinem Vortrag die Risiken von biogenen Aminen im Wein. Er ist Dozent am Institut für Mikrobiologie und Weinforschung der Johannes Gutenberg-Universität. Biogene Amine könnten, so König, eine der Ursachen für Gesundheitsprobleme wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden sein. Dies gelte besonders für Histamin, den bekanntesten Vertreter dieser Gruppe. In einem Kooperationsprojekt mit dem Dienstleistungszentrum ländlicher Raum Rheinland-Pfalz (DLR) wurde ein Maßnahmenkatalog entwickelt, um die schädliche Wirkung der biogenen Amine zu reduzieren.
In Zukunft sollen weitere Projekte dieser Art gefördert werden. Das Transfercafé wird nun in loser Folge zu verschiedenen Themenfeldern Vorträge präsentieren. „Wir leisten damit auch einen Beitrag für die Region“, so Götz Scholz, Kanzler der Universität und Mitinitiator der Veranstaltung.


