Regen rettet Maislabyrinth: Am 29. Juli soll die Anlage in Dalheim öffnen
07.06.2011 - DALHEIM
Von Beate Nietzel
Familie Berges wagt’s: Das Maislabyrinth soll am 29. Juli öffnen. Dabei hatte die Trockenheit des vergangenen Monats die Chance auf den Spaß im grünen Blattgewirr oft genug mehr als unwahrscheinlich scheinen lassen.
Alle Naselang schauten Meike und Gerhard Berges ins Internet: Kommt ausreichend Regen, oder sollten die großen und kleinen Ausflügler, die jährlich zu Tausenden nach Dalheim kommen, heuer auf die Attraktion verzichten müssen? Diese Frage stellte sich noch Ende vergangener Woche. Jetzt haben sich die Wolken nicht nur über Rheinhessen ausgiebig geleert, haben die zarten Keimlinge durstig den Regen genossen und einiges an Längenwachstum zugelegt.
Das wurde aber auch hohe Zeit. Um der Natur nachzuhelfen, hat Gerhard Berges in der Zeit der Hitze nachts die Beregnungsanlage eingeschaltet, rund 1.000 Euro drangehängt. „Es steckt jetzt schon viel Arbeit drin“, sagt der Landwirtschaftsmeister und mustert sein vier Hektar großes Feld, auf dem die grünen Blätter mittlerweile fast einen halben Meter hoch gesprossen sind.
"Im Juni kann er 1,50 Meter zulegen"
Aber damit sich die Gäste zum mittlerweile zwölften Mal ins Labyrinth vorwagen können, sollten die Maispflanzen 2,50 Meter hoch werden. „Im Ernstfall reichen aber auch 1,80 Meter“, erläutert Berges, dass auch dann selbst eine hoch gewachsene Person nicht den Verlauf der Gänge oder den Standort der fünf Quiz-Stationen erkennen könne.
Für die Attraktion hat das Ehepaar Berges jedes Mal neue, kreative Ideen parat: „Das planen wir im Winter, mit dem Zeichenbrett in der Hand und maßstabsgetreu auf Papier“, sagt Gerhard Berges und verweist darauf, dass ohnehin seine Ehefrau Meike den Löwenanteil des Labyrinth-Managements von Standdienst über Bewirtung, Streichelzoo und Spielplatz leiste.
Aber ohne Feldfrucht läuft eben auch nichts. Und so beobachtet Landwirt Berges mit scharfen Augen weiterhin den Wuchs der Futterpflanze. „Im Juni kann er 1,50 Meter zulegen“, erzählt er. Angesichts des aktuellen Regens hofft er, dass nun auch die Körner keimen, die sich aufgrund der Trockenheit noch nicht gerührt und so im vor rund sieben Wochen eingesäten Feld bislang deutliche Lücken markiert haben. Dennoch sind die Labyrinth-Wege, die Berges mit einem kleinen Schlepper ausgefräst und mit Stroh bedeckt hat, schon gut zu erkennen.
"Mais ist auch sehr frostempfindlich"
„In Rheinhessen haben wir sehr guten Boden, der Wasser und die Winterfeuchtigkeit hervorragend speichert“, erläutert Gerhard Berges, dass er und seine Berufskollegen bei Wintergerste und -Weizen „mit einem blauen Auge“ davon gekommen seien und mit Ertragseinbußen von „lediglich“ 30 bis 50 Prozent rechnen müssten.
Die Sommerfrüchte aber wie Mais, Zuckerrüben oder Sommergerste hätten bereits sehr gelitten. „Und der Mais ist auch sehr frostempfindlich, bei minus zwei Grad wird’s eng“, so Berges weiter. An dem Frost in der ersten Maiwoche sei man ganz knapp vorbeigeschrammt.
Wenn dann der Mais im Oktober reif ist, sollte er wieder trocken sein. Mehrere Tonnen der gelben Körner schlägt die Erntemaschine aus den Kolben, die dann als Viehfutter verkauft werden. Bis es aber soweit ist, freuen sich an zehn Wochenenden nicht nur Kindergeburtstags-Gesellschaften über Futter und Vieh bei Familie Berges. Würstchen und Kuchen stillen den Hunger, Hühner, Enten „und zweieinhalb Pferde“ verbreiten Bauernhofatmosphäre.
Neue Spielgeräte sind übrigens auch im Anmarsch: Eine Slackline beispielsweise halten die zwölfjährige Tochter Julia, die schon kräftig mithilft, und auch die achtjährige Emely für dringend erforderlich. „Da muss ich erst einmal die passenden Bäume finden“, so der Papa schmunzelnd…

