Eislaufen auf Undenheimer Tennisplatz
11.02.2012 - UNDENHEIM
(gak). Eiszeit beim Tennisclub Undenheim (TCU). Dort, wo üblicherweise auf dem Aschenplatz die Tennisbälle über das Netz geschmettert werden, ist es im wahrsten Sinne des Wortes spiegelglatt. Trotzdem wird weiter Sport betrieben. Zwar nicht in kurzen Hosen und T-Shirt, sondern dick eingepackt mit Jacke, Mütze und Schal. Der Tennisschläger steht in der Ecke, dafür werden die Schlittschuhe angeschnallt. Binnen weniger Tage „verwandelte“ sich der Tennisverein in einen Eisklub.
Stammtisch-Idee wird Realität
„Das war eigentlich eine Schnapsidee, die wir schon vor drei Jahren hatten“, erzählt Vorstandsmitglied Werner Busch. Denn im Winter ruht immer der Sportbetrieb im Freien und verlagert sich in die Halle. Beim Stammtisch im Vereinsheim wurde gefachsimpelt, erst ein wenig scherzhaft, dann wurde es aber ernst: „Wir fluten einfach den Platz und machen eine Eisfläche daraus“, erinnert sich Werner Busch. Jetzt musste nur noch das Wetter mitspielen.
Vor knapp drei Wochen fiel dann das Thermometer rapide in den Keller, die Zeit für Wintersport in Undenheim nahte. Vorsichtshalber habe man bereits im Dezember bei frühlingshaften Temperaturen den Platz mit einer Plane ausgelegt, jetzt habe man nur noch fluten brauchen, erzählt Busch. Rund 400 Quadratmeter Fläche habe man unter Wasser gesetzt, auf Grund der dauerhaften Minusgrade sei innerhalb weniger Tage eine etwa zehn Zentimeter dicke Eisfläche entstanden. Am vergangenen Wochenende wurde vereinsintern das neue „Eisstadion“ eingeweiht, aber auch interessierte Nichtmitglieder können am heutigen Samstag ab 18 Uhr und am morgigen Sonntag ab 14 Uhr die Schlittschuhe anschnallen. In den Abendstunden wird die Fläche durch Flutlicht angestrahlt.
Die Verantwortlichen des TCU haben sich aber auch das eine oder andere Spiel ausgedacht, so zum Beispiel Topfdeckel-Curling, auch Eishockey ist möglich. Für alle, die sich nicht auf das Eis wagen, gibt es im Vereinsheim heißen Glühwein und auch eine Kleinigkeit zum Essen. Am Donnerstagabend kamen bereits Eissportfans auf das Vereinsgelände, vor allem Familien mit ihren Kindern. An dem lauten Gejohle war zu erkennen, dass es allen mächtig Spaß machte, in der kalten, aber frischen Luft auf den Kufen seine Runden zu drehen. Bernd Hauser zum Beispiel machte es einen Heidenspaß. Er hatte auf dem Speicher seine Schlittschuhe wieder gefunden, die er vor 25 Jahren gekauft hatte. „Die sehen ja wie neu aus“, lobte ein Vereinskamerad.
Auf jeden Fall bereitet es Werner Busch und seinem Mithelfer Achim Moll große Freude, dass das Angebot des TCU so gut angenommen wird. „Wir sehen das als Probelauf und im nächsten Jahr wird dann alles noch ein bisschen luxuriöser“, verspricht Busch. Vorausgesetzt der Winter kommt wieder mit einer langen Frostperiode.

