Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet
13.05.2010 - SELZEN
SOLARENERGIE Selzer Unternehmen Bauer hält Regierungsbeschluss für zu drastisch
(red). Kaum veröffentlicht erhebt sich gegen die von der Berliner Regierungsmehrheit beschlossene Kürzung bei den erneuerbaren Energien und dem Marktanreizprogramm Widerstand. Im Gespräch mit Friedhelm Bauer, Inhaber der Firma Bauer in Selzen, diskutierten der Bundestagsabgeordnete Klaus Hagemann, VG-Bürgermeister Klaus Penzer sowie die Selzener Bürgermeisterin Anita Wiedemann (alle SPD) die möglichen Folgen. Auch die Firma Bauer hat sich erfolgreich der Solartechnik verschrieben, eine der Schlüsseltechnologien der nächsten 50 Jahre.
Die Firma Bauer beschäftigt derzeit 80 Mitarbeiter und richtet sich zunehmend international aus. Marokko, Israel und der Oman sind nur einige der Länder, in denen das erfolgreiche Unternehmen tätig ist. Pläne, mit dem Betrieb zu expandieren und mehr Mitarbeiter einzustellen, liegen schon in der Schublade. Bauer würde gerne mit dem Unternehmen in Selzen bleiben. Anita Wiedemann und VG-Chef Penzer sagten zu, die Bemühungen kommunalpolitisch zu unterstützen. „Denn für Selzen und die Region ist die Firma Bauer, besonders hinsichtlich der Arbeitsplätze, von großer Bedeutung“, betonte die Ortsbürgermeisterin.
Schon deshalb bereitet Bauer der Regierungsbeschluss große Sorgen. Union und FDP haben die Zuschüsse für regenerative Energien nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) um 16 Prozent gesenkt. Eine solch drastische Senkung gab es zuvor noch nie. Prinzipiell befürwortet Bauer die Absenkung, aber nicht in diesem Maße. Ein solch radikaler Einschnitt wie jetzt beschlossen, gefährde zahlreiche Arbeitsplätze in der Solarwirtschaft. „Zudem hat Deutschland eine Führungsrolle bei der Einführung erneuerbarer Energien errungen, die jetzt aufs Spiel gesetzt wird“, pflichtete ihm Hagemann bei.
Der Bundestagsabgeordnete betonte, dass der Solarstrom bald konkurrenzfähig werden könnte. Die Module würden immer günstiger. Im Gegensatz dazu würden die Folgekosten des Atomstroms für den Steuerzahler oft nicht berücksichtigt. Deutliche Kritik übte der SPD-Bundestagsabgeordnete auch an dem Förderstopp für Solarkollektoren, Biomasseheizungen (Pellet-Öfen) und Wärmepumpen im Rahmen des Marktanreizprogrammes für erneuerbare Energien.
Die von der SPD beantragte Aufhebung der Haushaltssperre für entsprechende ökologische und klimaschonende Investitionen in Gebäude hat die Regierungskoalition abgelehnt. „Nun drohen Kurzarbeit bei Anlagenherstellern und Insolvenzen bei Handwerkern“, befürchtet Hagemann.

