Von Gerhard Grunwald
EHRENAMTSTAG Hilfsdienste zeigen in Oppenheim aktuelle und historische Fahrzeuge und Geräte
Was wären die Hilfsdienste in Deutschland ohne das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter? Die Antwort auf diese Frage dürfte nicht allzu schwer fallen. In vielen Bereichen würden Not- und Rettungseinsätze nicht mehr in dem Maße funktionieren, wie sie es bislang hervorragend tun. Klar, dass die Mitarbeiter der Hilfsdienste gestern auch beim Ehrenamtstag in Oppenheim mit von der Partie waren. Direkt im Zugangsbereich zum Veranstaltungsgelände stellten sie ihre Arbeit und vor allem auch ihre Geräte zum Löschen, Bergen und Helfen vor.
"Ich will einfach den Menschen helfen", erklärt Stefan Schuh, der seit 20 Jahren als Rettungssanitäter für das Deutsche Rote Kreuz in Alzey aktiv ist, seine Motivation fürs selbstlose Wirken in seiner Freizeit. Darüber hinaus schätzt der im Hauptberuf als Chemiearbeiter tätige Helfer die "Geselligkeit in unserer Einheit".
Die Alzeyer sind aber nicht nur mit ihrer Manpower vertreten, die im DRK-Kreisverband aktive Oldtimergruppe präsentiert eine kleine, aber feine Auswahl ihrer historischen Fahrzeuge in der typischen elfenbeinfarbigen Lackierung. "Unser alter Küchenwagen ist noch voll funktionstüchtig", erzählt Thorsten Volk, der gerade den 200-Liter-Speisenkessel im Wageninneren anheizt. Wenige Meter weiter steht ein VW-Bus aus dem Jahr 1964, auch er originalgetreu ausgerüstet mit einer mobilen Einsatzleitstelle und einer schwarzen Feldtelefonanlage. Aha! So funktionierte also das Telefonieren in früheren Zeiten, als noch lange nicht an moderne Handys zu denken war.
Das Technische Hilfswerk vom Ortsverband Wörrstadt zeigt schweres Gerät: einen sogenannten Mehrzweckkraftwagen, der in seinem Laderaum zahlreiche Geräte zur Bergung von verunglückten oder verschütteten Menschen beinhaltet. Maschinen für die eigene Stromversorgung, Atemschutzgeräte und viele weitere nützliche Apparate sind auf den Laster gepackt. Im Notfall sind die Männer vom THW bestens gerüstet. Übrigens: Von den bundesweit 80000 Mitgliedern der Hilfsorganisation sind rund 99 Prozent als Ehrenamtliche aktiv.
Bei der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft wenige Meter weiter verhält es sich kaum anders. Auch hier sind Idealisten am Werk. Stolz zeigt Andreas Lerg, Pressesprecher des DLR-Landesverbandes, ein neues Sonar-Gerät, das es ermöglicht, optisch hervorragende Unterwasseraufnahmen zu machen und so die Rettung von in Not geratenen Menschen zu erleichtern. Auch die Polizei ist beim Ehrenamtstag präsent. Zwar sind die "Schupos" hauptberuflich beschäftigt, ja sogar Beamte, ihr Sicherheitsmobil, in dem alles Wissenswerte rund um Fragen wie Ein- bruchsschutz oder Verkehrssicherheit erörtert wird, darf aber bei so einer Präsentation der Hilfsdienste- und Organisationen nicht fehlen.


Wir tun es gerne auch trotz dieser anonymen Kritk!
Der unbekannte Kommentator wirft den Rettungsdiensten, also auch uns von der DLRG und den vielen Kollegen bei Feuerwehren, DRK, THW und den anderen Diensten vor, dass wir Hilfe "zwangsweise in großzügiger selbstherrlicher Dienstbeflissenheit" aufzwingen. Er reduziert uns auf "sogenannten Hilfsdienste" und beschuldigt uns, keine Menschenfreundlichkeit zu haben und Kostenersatz um jeden Preis anzustreben.
Zum Glück ist es selten, dass wir von Menschen, die sich nicht trauen, ihre Kritik auch mit ihrem Namen zu unterschreiben und dazu zu stehen, Prügel bekommen.
Ich darf ihnen sagen, trotz ihrer ungerechtfertigten und harschen Kritik: Wir tun unsere ehrenamtliche Arbeit gerne. Das wird auch Ihr Kommentar nicht ändern.
Ich darf ihnen anbieten, falls Sie den Mut aufbringen, sich aus der Anonymität heraus zu trauen, kommen Sie vorbei, reden Sie mit uns und lernen Sie die Menschen hinter den bei ihnen scheinbar so ungeliebten Hilfsdiensten kennen. Ich stehe Ihnen persönlich gerne zur Verfügung und werde mich redlich bemühen, Ihnen eine andere Perspektive auf das Ehrenamt und die ehrenamtlichen Rettungsdienste zu vermitteln. Sie finden mich bei der DLRG in Oppenheim.
Andreas Lerg
Leiter der Verbandskommunikation DLRG Landesverband Rheinland-Pfalz