Enger und ganz schön steil - neuer Oppenheimer Untergrundweg hat es in sich
11.02.2012 - OPPENHEIM
Von Sonja Werner
Verwinkelter, enger, abenteuerlicher und mitunter auch ganz schön steil: Der zweite Rundgang durch den Oppenheimer Untergrund wird sehr viel herausfordernder als die bisherige Strecke sein.
Dabei soll er als neue Attraktion für diejenigen dienen, die bereits schon einmal im Oppenheimer Kellerlabyrinth waren. Allerdings wird es für die Besucher auch Einschränkungen geben. So können Kinder den Rundgang erst ab 14 Jahren betreten, außerdem sollten die Besucher keine Gehbehinderungen haben oder klaustrophobisch sein. Und auch eine gewisse körperliche Fitness müsse man für den neuen Parcours mitbringen, kündigen Stadtbürgermeister Marcus Held (SPD) und Hansjürgen Bodderas, der Leiter des Tourismus- und Festspielbüros, an.
Eröffnet wird der neue Rundgang am Wochenende des Oster-Künstlermarktes. Ab Samstag, 24. März, werden die ersten Führungen angeboten, für Sonntag, 25. März, um 13 Uhr ist die offizielle Eröffnung auf dem Marktplatz geplant. „Es wird wahrscheinlich halbstündige Rundgänge geben“, sagt Marcus Held. Eventuell könne man den Takt sogar auf 20 Minuten verkürzen. Allerdings sollten die Rundgänge auf jeden Fall qualitativ hochwertig sein, Massen sollten dabei nicht durchgeschleust werden.
Gruppen werden auf zehn Personen beschränkt
Deshalb werde die Gruppengröße beim kleinen Bruder des großen Rundgangs auch auf maximal zehn Personen beschränkt. An den bisherigen Touren können 20 Gäste gleichzeitig teilnehmen. Und auch wo der Eingang für den neuen Rundgang sein wird, steht mittlerweile fest: In der Krämerstraße 28, wo noch ein entsprechendes Eingangstor in den kommenden Wochen installiert werden soll. Der Ausgang wiederum wird an der Ecke Marktplatz / an der Straße „Am Markt“ sein.
Insgesamt 28 Stationen wird der neue Rundgang durch den Oppenheimer Untergrund haben, für den mittlerweile elf Gästeführer speziell ausgebildet worden sind. Was die Besucher auf dem Parcours erwartet? Auf dem Weg zum Eingang werde man schon einmal zeigen, an welchen Gebäuden und Straßenecken man auf dem nur 200 Meter langen Rundgang unter der Erde vorbeikommen wird, erklärt Hansjürgen Bodderas. Denn der eigentlich kurze Weg habe es in sich: verschachtelt und verschlungen lässt er die Besucher schnell die Orientierung verlieren. „Wir fragen auf dem Parcours die Gäste immer mal wieder, ob sie noch wissen, wo sie sind“, sagt Bodderas. „Man weiß schnell nicht mehr, wo man ist.“
Los geht es in einem kleinen Blindgang, der durch ein Guckloch einen Blick in einen darunter liegenden Keller bietet, bevor die Besucher direkt in die dritte Ebene unter der Stadt hinabsteigen. Von dort gehe es dann in einen Gang, in dem es früher Wassereinschüsse gab und das Wasser mitunter einen halben Meter hoch stand. Nur weil Pumpen hier nun ständig am Arbeiten sind, bleiben die Füße der Gäste beim Rundgang trocken.
Treppe mit zwei Metern Höhenunterschied
Aber auch wozu die Kelleranlagen von den Oppenheimern eigentlich genutzt worden sind, wird auf der neuen Strecke immer wieder Thema sein. Mitunter sind auf dem Weg auch anspruchsvollere Strecken zu überwinden. Zum Beispiel eine wirklich steile Treppe, an Station Nummer 16, die einen Höhenunterschied von nicht weniger als zwei Metern überwindet.
Es geht vorbei an Privatkellern und in Richtung des alten Labyrinths, wobei auf diesem Weg tatsächlich ein Verbindungsstück ganz neu geschaffen werden musste, der so genannte „Schlangengang“, wie Held schmunzelnd verrät.
Warum dieser so heißt, können die Besucher beim neuen Rundgang erfahren. „Recht abenteuerlich“ sei der, macht Held Lust auf neue Entdeckungsreisen durch den Oppenheimer Untergrund.

