Impulse für die Region
30.06.2010 - NIERSTEIN/OPPENHEIM
Von Hans-Willi Blum
BILDUNG Niersteiner und Oppenheimer Realschulen freuen sich auf neue Aufgaben
„Ich bin davon überzeugt, das wird ein ganz besonderer Impuls, der da von Nierstein ausgehen wird“, steht für Schulleiter Hans-Jürgen Pitzer fest. In gut einem Jahr soll die Niersteiner Realschule Plus eine Erweiterung um einen Fachoberschulbereich erfahren, der den Schwerpunkt „Technische Informatik“ hat (die AZ berichtete). Wie das rheinland-pfälzische Kultusministerium am Montag erklärte, sei nicht zuletzt die bekannt gute Einbindung der Schule in die Gemeinde und die regionale Wirtschaft mit ein Grund dafür gewesen, der Niersteiner Schule den Zuschlag für eine solche Erweiterung zu geben.
Hervorragende Resonanz bei den Firmen
„Seit den Osterferien sind wir an Firmen der Region dran, um für die Fachoberschüler nach einjährigen Praktikumsstellen zu suchen. Die Schülerinnen und Schüler der elften Jahrgangsstufe werden ein Jahr lang an drei Tagen der Woche praktisch arbeiten, in der zwölften gibt es dann rein fachspezifischen Unterricht“, erläutert Pitzer, dass die Vorbereitungen zur Umsetzung des Planes bereits laufen. „Und ich bin sehr überrascht über die große und positive Resonanz aus den Firmen. Die Fachrichtung ist sehr gefragt.“
Aber nicht nur die Wirtschaft, sondern auch das Kollegium steht zu dem Projekt. „Die Kollegen sind sehr offen für Fortbildung und Qualifizierung für den Fachoberschulbereich“, betont Pitzer. Und er weist auch darauf hin, dass sich für Absolventen des FO-Bereichs an seiner Schule natürlich ein Studium an der FH Bingen geradezu anbietet. Um den Weg dorthin sachgemäß vorzubereiten stehen für die Niersteiner natürlich noch jede Menge Investitionen an. Vor allem Räumlichkeiten und Material für den Bereich Regel- und Messtechnik wird den einen oder anderen Euro verschlingen.
Ebenso stolz und zufrieden ob der „erwarteten Entwicklung“ ist auch Kornelia Roth. Die Leiterin der Realschule Plus in Oppenheim sieht den Elternwillen als Indikator dafür, dass ihre Schule ab Sommer 2011 als Integrierte Gesamtschule (IGS) weiterlaufen wird. „Auch wenn die derzeitigen Schüler ihre Schullaufbahn ganz normal zuende führen können, wird die Realschule Plus im kommenden Jahr de facto geschlossen.
Schon lange mit großem Engagement bei der Sache
Ab Schuljahr 2011/12 bietet die Schule als IGS zunächst den IGS-Werdegang bis zur 10. Klasse. Sollten danach genügend Anmeldungen für eine Oberstufe vorliegen, so wäre der Weg bis zum Abitur frei. Roth geht davon aus, dass es durchaus auch gewollt ist, dass die bis zu 900 Schüler aufnehmende IGS dann das benachbarte Katharinen-Gymnasium entlasten kann. „Natürlich müssen wir jetzt auch baulich aufrüsten. Aber da hat der Kreis ja hinreichend unter Beweis gestellt, dass er schnell handeln und notwenige Mittel zur Verfügung stellen kann“, glaubt Roth an schnelle Aktion.
Auch Kornelia Roth weiß ein aufgeschlossenes und engagiertes Kollegium hinter sich beim „Umbau“ der Realschule zu einer IGS.
„Lehrer, die in der Oberstufe unterrichten wollen, werden entsprechend fortgebildet. Das stand ihnen allerdings auch schon als Realschullehrer frei“, erklärt die Schulleiterin, die noch vor zwei Jahren Direktorin einer pädagogisch anerkannten und engagiert lehrenden Hauptschule am selben Standort war.
„Auch die Hauptschule öffnete einem Schüler alle Wege. Nicht wenige unserer damaligen Schüler haben inzwischen an anderen Schulen ihr Abitur gemacht. Und einer von ihnen schreibt gerade an seiner Promotion“, berichtet Roth nicht ohne Stolz.

