60 Nationen feiern gemeinsam
08.06.2010 - NIERSTEIN
Von Christopher Mühleck
KULTURFEST Musik und Köstlichkeiten aus aller Herren Länder im Niersteiner Gemeindepark
Ein Fest, viele Nationen. Zum 17. Internationalen Kulturfest hatte auch in diesem Jahr der Arbeitskreis Asyl mit zahlreichen Mitveranstaltern zum gegenseitigen Händereichen, Tanzen, Genießen und Kennenlernen bei sommerlichen Temperaturen in den Gemeindepark eingeladen. „Kulturen zusammenbringen, damit sich die Menschen vertragen“, wusste Organisator Wolfgang Schwerdfeger vom Arbeitskreis Asyl genau, worum es beim bunten Miteinander unter den verschiedensten Flaggen ging. Lauschte man den donnernden Rhythmen von Paul Diasy und seiner „African Music“ aus dem Senegal, dann wippten Beine, kreisten Hüften und unweigerlich sprang der Bewegungs- und Begeisterungsfunke auf die prall gefüllten Ränge im Rund der zahlreichen Gäste über. Mit eigenen Kompositionen sowie dem unverkennbaren Sound der „Gipsy-Kings“ heizten „Hispano & Friends“ mit Musikern vom Balkan, Nordafrika und Spanien den begeisterten Zuhörern ein, während etwa die „Magic Flowers“, eine virtuose Tanzformation des TV Nierstein, die Zuschauer mitnahm auf eine bunte und beschwingte Reise durch die Rhythmen und Tänze verschiedener Nationen und Kulturen.
„In Nierstein leben weit über 60 Nationen im friedlichen Miteinander. Der Tag soll alle Niersteiner zusammenbringen und gerade Familien und Kindern die Möglichkeit zu Fröhlichkeit, Spiel und Spaß geben“, skizzierte Schwerdfeger die Intension des Festes, das 1992 seine Premiere feierte und das immer noch vom Gedanken an die weltweit brisante Flüchtlingsthematik geprägt ist. „In Rheinhessen und Nierstein gibt es heute keine Flüchtlinge mehr, jedoch zählte man in der Bundesrepublik im vergangenen Jahr noch gut 27 000 Flüchtlinge. Der Ursprungsgedanke des Festes, auf die Sorgen und Nöte der Menschen aufmerksam zu machen, ist immer noch verankert“, sagte Schwerdfeger kurz vor dem Gastspiel der Virtuosen von „Los 4 del Son“ aus Kuba, die bereits 2009 mit einem zweistündigen Auftritt überzeugten.
Mit „Rouge Baiser“, die französische Klassiker aus Rheinhessen in den sommerlich erleuchteten Park zauberten, fand das Bühnenprogramm seine gelungene Abrundung. „Das Fest trägt sich selbst. Die zunehmende Resonanz über die Jahre sowie die gute Unterstützung durch die Gemeinde gewährleisten neben den Spenden die Realisierung des etablierten Events. Neben dem freien Eintritt kommen die moderaten Preise vor allem den Familien und Kindern zugute, die den Tag zusammen genießen können“, so Schwerdfeger.
Ein Spielmobil, Schminken, sowie Spaß mit jonglierenden „Hochstaplern“ und ein Wasserparcours der Gruppe „Ela“ luden die zahlreichen Kinder zum Mitmachen und Austoben ein. Ebenso fand das Kulturprojekt, das die Klasse 8 h der Carl-Zuckmayer-Realschule in einem Zelt realisiert hatte, ein durchweg positives Echo. Gemeinsam mit dem mehr als reichhaltigen kulinarischen Angebot, das von thailändischen über libanesische, französische bis hinzu afrikanischen Spezialitäten reichte, machte das Motto des Festes „Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker“ auf ein Neues Sinn und lud zum Genießen mit allen Sinnen ein.

