An einem Tisch mit den Profis
24.03.2010 - NIERSTEIN
Von Julian Peters
SCHÜLERFIRMA Spezialisten der Volksbank Alzey geben Tipps für den Geschäftserfolg der Niersteiner "CZR"
Seit einem halben Jahr existiert an der Carl-Zuckmayer-Realschule eine Schülerfirma. Die Mitglieder der "CZR-Schülerfirma - Meine Schule" versorgen ihre Mitschüler in den Pausen unter anderem mit verpackten Lebensmitteln, Getränken, Schulmaterial und Identifikationsprodukten wie Kaffeetassen. Nun waren die Nachwuchsunternehmer zu Gast in der Niersteiner Filiale der Volksbank Alzey, um von den Profis wertvolle Tipps zu bekommen.
Seit die Firma im Rahmen einer AG gegründet wurde, unterstützt die Volksbank die "CZR" als Hauptsponsor. Bei einem Besuch in der Realschule stellten die AG-Mitglieder den Gästen aus der realen Geschäftswelt ihr Konzept vor (die AZ berichtete). Das gefiel den Sponsoren derart gut, dass sie die frisch gegründete Firma postwendend zum Gegenbesuch in die Volksbank einluden. Dort verrieten Vorstandsmitglied Dieter Steffan, Hans Hulbert, Bereichsleiter Vertriebsservice, und Lutz Mayer, Bereichsleiter Privatkundenbank, alles zu den Themen Marketing, Service und Personal.
"Alice im Wunderland oder warum Marketing die Rose rot malt" hieß der von Hulbert altersgerecht präsentierte Vortrag, mit dem er die Siebt- bis Neuntklässler in die Welt des Marketings einführte. Aufgabe einer Firma solle es nicht sein, die Kunden zufrieden zu stellen, so Hulbert: "Das machen nämlich alle Unternehmen. Wir wollen unsere Kunden begeistern!" Wichtig für den Erfolg sei zudem Eigeninitiative, betonten Hulbert und Steffan. Engagement und Motivation seien auch für eine ambitionierte Schülerfirma notwendige Voraussetzungen. "Damit ihr die Bedürfnisse eurer Kunden erfahren könnt, bieten sich Umfragen an", meinte Hulbert.
Im Anschluss zog Lutz Mayer mit seiner Aussage "Service ist sexy" die Aufmerksamkeit der elf Realschüler auf sich. "Alles, was ein Kunde wahrnimmt, wenn er mit eurem Unternehmen in Kontakt kommt, ist Service", erklärte Mayer. "Ein negativer Baustein kann gleich zu einem schlechten Gesamtbild eurer Firma führen." Anhand einiger Regeln lernten die Schüler, wie die Käufer ihren Stand stets mit einem guten Gefühl verlassen.
"Durch unsere Einladung wollen wir den Schülern zeigen, dass wir uns für ihr Projekt interessieren und ihnen Erfahrungen für die Zukunft vermitteln", erläuterte Dieter Steffan, der hervorhob, wie gut ihm die Selbstpräsentation der Schüler im Dezember gefallen habe. "Wir müssen schauen, wie es sich entwickelt, aber ich kann mir vorstellen, auch in Zukunft in diesem Bereich weiter zu arbeiten", sagte Steffan.
Realschullehrer Matthias Merz, der die jungen Unternehmer von pädagogischer Seite als "Business Angel" betreut, ist besonders vom praktischen Aspekt der Schülerfirma angetan: "Weil die Schüler ihre eigenen - positiven und negativen - Erfahrungen machen, vertiefen sich die Kenntnisse viel besser als im bloßen theoretischen Unterricht."
Die "CZRler" selbst bewerten ihren Besuch bei der Volksbank übrigens positiv. "Wir haben gelernt, dass ein höflicher Umgang mit Kunden sehr wichtig ist", benennt die Neuntklässlerin Evelyn Adolf einen wichtigen Punkt. Auch das neue Wissen über das Thema Marketing sei nützlich, "wir können es sicherlich auch in unserer Firma einsetzen", sind die Schüler vom praktischen Wert der Informationen überzeugt.

