Von Hellmut Wernher
GESCHICHTSVEREIN Hoffnung auf ein Heimatmuseum in Nierstein
Sollte der Gemeinderat das Setzen von "Stolpersteinen" zum Gedenken an die von den Nationalsozialisten verfolgten und umgebrachten Mitbürger beschließen, so wird der Geschichtsverein fünf dieser mit Namen versehenen Metallplatten stiften. Dies beschloss die Mitgliederversammlung und nahm zustimmend zur Kenntnis, dass zwei Vereinsmitglieder aus eigenen Mitteln je einen weiteren Stolperstein spenden wollen.
Zweiter Vorsitzender Hans-Peter Hexemer wies darauf hin, dass 50 Niersteiner Bürger, vor allem Juden, entweder zur Ausreise gezwungen oder ermordet wurden. Ferner sei bekannt, dass fünf Kranke und Behinderte umgebracht wurden. An diese Menschen sollen die "Stolpersteine" auf den Gehwegen vor deren damaligen Wohnungen erinnern.
Der Geschichtsverein würde es begrüßen, wenn bei der baulichen Erschließung des Durst-Malz-Geländes auch ein Heimatmuseum geschaffen werden könnte. In Vorgesprächen mit der Gemeinde sei eine Konzeption erarbeitet worden, berichtete Hexemer, doch außer einer "gewissen Hoffnung" gebe es bisher nichts Konkretes. Während Vorsitzender Dr. Johannes Zimmermann bekannt gab, dass bereits Archivalien gesammelt wurden, will Hexemer das Thema erneut auf der politischen Ebene vortragen. Er berichtete ferner, dass die Vier-Tagesreise nach Potsdam sich großen Zuspruchs erfreut.
Zu Beginn der Mitgliederversammlung im Haxthäuser Hof hatte der Vorsitzende in seinem Jahresrückblick an Exkursionen zum Haus der Geschichte in Bonn, nach Trebur/Geinsheim und zur Landshuter Hochzeit erinnert. Der rheinhessischen Dichterin Elisabeth Langgässer sei zu deren 110. Geburtstag ein Vortrag gewidmet gewesen, und beim Besuch des Standesamtes in der VG-Verwaltung hätten Personenstandsregister vergangener Jahrhunderte eingesehen werden können. Die Geschichtsblätter, das Aushängeschild des Geschichtsverein, erfreuten sich uneingeschränkten Ansehens in der Fachwelt.
Schatzmeister Axel Schwarz berichtete von einer gesunden Kassenlage, was Kassenprüfer Wolfgang Engel bescheinigte. Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes und einer Satzungsänderung zur Erhöhung der Zahl der Beisitzer auf fünf leitete VG-Bürgermeister Klaus Penzer der Neuwahl für drei Jahre. Einstimmig im Amt bestätigt wurden die Vorsitzenden Dr. Zimmermann und Hexemer, Schatzmeister Axel Schwarz, Schriftführerin Steffi Kunke-Heinzel, Beisitzer Elli Fischer-Zimmermann, Rüdiger Leineweber und Uwe Stapf. Neu als Beisitzer wurden Georg Zimmermann und Gerhard Mittne berufen. Kassenprüfer sind Wolfgang Engel und Iris Altvater.

