NEU wirbt für "Stolpersteine"
18.02.2010 - NIERSTEIN
(red). "Je weiter der Holocaust in die Vergangenheit rückt, je weniger Zeitzeugen unter uns leben, desto wichtiger wird es, dass das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in unsere Lebensmitte, also an authentische Orte in unserer Gemeinde gerückt wird, an denen wir dem Leid der Opfer nachspüren können", sagt Thomas Gehring, Fraktionssprecher der Wählergruppe NEU. Mit dieser Begründung möchte die Wählergruppe den Gemeinderat Niersteins dafür gewinnen, dass mit sogenannten "Stolpersteinen" des Künstlers Gunter Demnig an die Niersteiner Opfer des NS-Regimes dauerhaft erinnert werden kann.
Gunter Demnig hat bereits in mehreren hundert deutschen Ortschaften vor dem letzten selbstgewählten Wohnort der Opfer Gedenktafeln aus Messing in die Gehwege verlegt. Auf den Gedenktafeln steht: "HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch". Die Steine kosten 95 Euro und sollen von Privatpersonen, Initiativen, Vereinen oder Parteien als Patenschaft finanziert werden. Unmittelbare Kosten kämen also auf die Gemeinde nicht zu. Diese soll aber die Gedenkaktion auf den Gehwegen gestatten und organisatorisch unterstützen. "Die Stolpersteine werden bodengleich verlegt, sind also keine wörtlichen Hindernisse in den Gehwegen. Wir haben bereits fünf Sponsoren für die ersten Steine gewinnen können" freut sich Felix Eitel, Gemeinderat von NEU. "Die konkrete Lage der Stolpersteine könnte in Zusammenarbeit mit dem Geschichtsverein Nierstein bestimmt werden, der beispielsweise in der Reihe "Niersteiner Hefte" und in Vortragsveranstaltungen immer wieder auch die "dunklen Jahre" in Nierstein beleuchtet hat."
Die Wählergruppe NEU hofft, dass ihr Antrag in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag Unterstützung findet.

