Antennen müssen von Silo verschwinden
28.01.2012 - NIERSTEIN
Von Sonja Werner
DURST MALZ Mobilfunkanbieter schauen sich in Nierstein nach neuen Standorten um / Probleme beim Empfang mit Vodafone und O 2
Über schlechten Empfang mit dem Handy hat sich in den vergangenen Tagen der eine oder andere Niersteiner geärgert. Und tatsächlich scheint der Wechsel auf eine neue Antenne manchem Anbieter Probleme zu bereiten. Die Crux ist nämlich: Bisher standen die Mobilfunkantennen auf dem Silo der Niersteiner Durst Malz-Fabrik. Da das höchste Gebäude des Ortes nun aber in den kommenden Wochen und Monaten mit den restlichen Industriebauten auf dem Gelände abgerissen wird, müssen sich die Mobilfunkanbieter andere Standorte für ihre Antennen suchen. Ob dies aber allen gelungen ist? Zumindest bei den Netzen D2-Mobilfunk (Vodafone) sowie bei O2 scheint es Probleme zu geben. Eine Spurensuche.
Bereits im Sommer wurde Anbietern gekündigt
„Den Providern ist noch von der Firma Durst Malz bis zum Jahresende 2011 gekündigt worden“, ist vom Projektleiter der Firma Molitor Immobilien, Franz-Josef Kleinmann, zu hören. „Die Anbieter wussten also seit einem halben Jahr Bescheid“, führt er fort. Nun könnte es aber dennoch sein, dass die neuen Antennen noch nicht freigeschaltet worden seien, während der Strom für die alten Antennen auf dem Durst Malz-Gelände bereits abgeschaltet worden sei. Schließlich werde bei den Abrissarbeiten aus Sicherheitsgründen nicht über den bisherigen Hauptstromanschluss gearbeitet, sondern über einen externen Stromanschluss.
„Beim Beginn der Abbrucharbeiten darf schließlich kein Strom mehr auf den Leitungen sein“, sagt Kleinmann. Das Gebäude müsse also quasi „stromlos“ sein. Stattdessen werde über ein separates Kabel der Strom dorthin gezogen, wo er tatsächlich gebraucht werde.
So weit sei man allerdings noch nicht, ist wiederum von Burkhard Muche, dem Bauleiter der Abrissfirma AWR, zu hören. „Der Strom von den Antennen ist noch nicht abgeschaltet“, stellt er fest. Das werde aber noch kommen. Momentan sei aber eh nur noch die Antenne von O2 auf dem Silo-Dach aktiv. Und mit der scheine es irgendwelche Probleme zu geben, weshalb in den vergangenen Tagen schon einmal Techniker des Anbieters vor Ort gewesen seien. Von der Pressestelle von O2 konnte dies bis gestern Abend nicht bestätigt werden. „Eigentlich sollte die Anlage noch laufen“, hieß es von dort. Die Antenne solle schließlich erst im Februar demontiert werden. Ein Ersatzstandort sei auch schon gefunden. Genaueres könne man erst Anfang nächster Woche sagen.
Reibungslos hat aber auch der Umzug für den Mobilfunkanbieter Vodafone nicht geklappt: „Im Moment gibt es Probleme in Nierstein“, ist von einem Unternehmenssprecher zu hören. Zumindest für alle, die im Inneren eines Gebäudes telefonieren wollten, im Freien hingegen gebe es kein Problem. Dort reichten nämlich die Nachbarantennen in Oppenheim und Geinsheim aus. Die alte Vodafone-Antenne auf dem Silo sei auf jeden Fall seit dem 10. Januar nicht mehr aktiv. Und die Suche nach einem neuen Standort habe sich „als langwierig erwiesen“.
Mittlerweile sei man aber fündig geworden, auf dem Dach eines mehrstöckigen Privathauses im Süden von Nierstein. Aktuell gingen die Ausschreibungen für den Aufbau des Standortes raus. Im Frühjahr soll der Standort in Betrieb gehen. „Wenige Wochen“ werde es daher Einschränkungen geben. „Wir sind da mit Hochdruck dran“, meint der Sprecher.

