Inspiration lauert hinter jeder Ecke
23.02.2012 - MOMMENHEIM/MAINZ
Von Christopher Mühleck
KUNST IM LANDTAG Ausstellung „Zeichen X 2“ zeigt Werke zweier Künstlerinnen aus Mommenheim und Horrweiler
Individualität, die Unmittelbarkeit des eigenen Pinselstrichs und die Vielfältigkeit der eigenen Schaffenskraft prägen das künstlerische Wirken von Marianne Schmitz-Höhn aus Mommenheim. Nicht umsonst kann die Künstlerin, gemeinsam mit ihrer Kollegin Hannelore Hilgert aus Harxheim, ab dem heutigen Donnerstag, 23. Februar, ihre Werke im rheinland-pfälzischen Landtag präsentieren. Die AZ sprach mit Schmitz-Höhn im Vorfeld der Vernissage.
Schon als Kind mit dem Malen angefangen
„Gemalt? Habe ich eigentlich schon immer, schon so lange ich mich erinnern kann. Das hat als Kind angefangen und hat bis heute einen festen Platz in meinem Leben“, versichert die vitale Frau, deren Acrylmalerei schon beim ersten Blick in ihren Bann zieht. „Zeichen X 2“ lautet der Titel der Ausstellung, in der, neben der vielfältigen Ausdrucksstärke der Malerei, auch die Kraft der Plastik und der Installationen aus den Händen von Hannelore Hilgert zu bestaunen sind. Im Gewand abstrakter Malerei charakterisiert die Kunsthistorikerin Dr. Nicole Beyer die Arbeit Schmitz-Höhns als „ungegenständliche, analytische Acrylmalerei, in der die Leinwand als Träger von Räumlichkeit fungiert und auf der die Farbe eigengesetzlich neue Dimensionen und Dynamik entwickelt“. Und tatsächlich ist es die aufgeschlossene und frische Art Schmitz-Höhns selbst dem Neuen gegenüber, die ihre Malerei niemals langweilig erscheinen lässt. „Der Schaffende unterscheidet sich immer von einem anderen Schaffenden durch seinen persönlichen Duktus“, weiß die Allrounderin, die sich von ihrer Malerei bereits nach Österreich, Belgien, Spanien oder in die Schweiz entführen ließ. Ausgebildet unter der Ägide der Mainzer Künstlerin Marianne Sidenstein in den Jahren 1986 bis 1999 folgten bereits ab dem Ende der Achtziger erste Ausstellungen im In- und Ausland sowie die fortwährende Präsenz auf zahlreichen Sommerakademien. Trotz des Akzents auf dem Abstrakten, wie auf der Ausstellung zu sehen sein wird, hat Marianne Schmitz-Höhn das Gegenständliche nie aus den Augen verloren und die Gabe der Begeisterung für Neuland nie eingebüßt.
„Egal ob Bleistift, Rohrfeder, Radierung oder Aquarell: Die erlernten Methoden sind immer noch präsent und als Künstlerin ist gerade das Zeichnen immer da“, erzählt die Leinwand-Virtuosin, die ihr kleines schwarzes Zeichen- und Notizbüchlein immer dabei hat. Eine Notiz hier, ein unbekanntes Gesicht aus dem Zug als Skizze oder die Umrisse einer Hand zieren die zartgelben Seiten, aus denen möglicherweise Werke wie etwa die Sequenz „Nana I - IV“ entstanden sind, die auch im Landtag, als Schwarz-Weiß-Formate Besucheraugen einfangen werden.
Aktuell großes Interesse am Aktzeichnen
Schließlich, so weiß auch Schmitz-Höhn, lauert die nächste Inspiration vielleicht hinter der nächsten Ecke, im Schein des nächsten Sonnenstrahls oder an der Bushaltestelle. „Das kreative Denken ist mein stetiger Begleiter. Somit kann ich mir ein Leben ohne Kunst nicht mehr vorstellen“, lässt die Künstlerin einen Blick hinter die Kulissen zu. „Ich will mich stetig weiterentwickeln und mich noch intensiver mit meiner Arbeit beschäftigen. Gerade aktuell habe ich großes Interesse am Aktzeichnen“, verrät die Mommenheimerin.

